Vorab: Dies ist ein unabhängiger, einfacher und subjektiver kleiner User-Test. Es wurden keine Labor-Tools benutzt und die Beispielaufnahmen wurden nur unter ähnlichen, nicht exakt gleichen Bedingungen aufgenommen. Ziel dieses Tests ist einen Vergleich anzustellen, zwischen zwei Systemkameras, die relativ neu auf dem Markt sind und wohl eine ähnliche Zielgruppe haben. Im Fokus stehen in erster Linie die Bild- bzw. Videoqualität, das Handling und die Verarbeitung/Haptik der Geräte. Es ist klar, dass sich die Kameras durchaus in entscheidenden Punkten (Auflösung, Videoqualität, Features) unterscheiden, jedoch spielen sie sowohl preislich als auch von der Größe und als Systemkameras in derselben Liga. Dieser Test richtet sich an den Einsteiger oder geneigten Umsteiger, der weg möchte, von seiner kreditkartengroßen Knipse und den rauschigen Schmirgelpapierfotos, aber sich nicht gleich 1,5 Kilo komplexe DSLR-Kamera ans Bein bzw. die Schulter binden möchte.

Getestet wurden jeweils frei erhältliche Einzelhandelsversionen des jeweiligen Geräts, als Kits mit dem 14-42mm Objektiv (Lumix) und dem 18-55mm Objektiv (Sony). Genaue Informationen zu den jeweiligen Modellen und deren Spezifikationen gibt es entweder direkt beim Hersteller:

–          Panasonic Lumix G2 [panasonic.de] (PDF)

–          Sony NEX-5 [sony.de]

oder schön übersichtlich als Vergleich bei [digitalkamera.de].

Verarbeitung / Haptik / Lieferumfang

Lumix G2:

Die Lumix ist komplett aus Kunststoff gefertigt, der angenehm griffig und rutschfest ist. Dies trifft auch auf den Teil des Objektivs zu, den man zum Fokussieren anfassen muss. Die Knöpfe haben allesamt gute Druckpunkte und sind gut eingefasst. Ausgerechnet der Ein-Aus-Schalter hat jedoch ein klein wenig Spiel in Richtung on/off, ebenso wie der Wahlhebel für den Aufnahmemodus (Einzel-, Serienbild etc.). Dieses Spiel beeinträchtigt die Funktion in keiner Weise, ist aber schade bei einem der wohl am häufigsten betätigten Knöpfe, da es etwas wackelig bzw. billig wirkt. Das Display ist aufgrund der Befestigung an dem Drehgelenk etwas flexibler und nicht komplett starr am Gelenk, aber auch nicht biegsam – die Anbringung wirkt solide. Das Display gibt auch bei Berührung oder Druck beim befingern nicht nach. Die Gummierung am Sucher ist sehr weich und zieht leicht Staub und Fusseln aus Taschen oder von der Kleidung an, was immer ein bisschen „schmutzig“ aussieht und sich auch nicht einfach abwischen lässt.

Der Lieferumfang ist im Vergleich zur NEX-5 umfangreich und es fehlt bis auf ein HDMI-Kabel nichts, das Zubehör ist gut verarbeitet. Hervorzuheben sind das Videokabel, die vernünftige Schulterschlinge und die Objektivtasche sowie Abdeckungen für Objektiv und Kamera, sollte man beides getrennt transportieren. (Akku und Objektivdeckel fehlen auf dem Bild, weil in/an der Kamera)

Die Kamera macht trotz Kunststpffgehäuse und einer „leichten“ Erscheinung insgesamt einen wertigen Eindruck und fühlt sich „gut“ an.

NEX-5:

Der Body der NEX-5 ist aus Magnesium (Druckguss) gefertigt, das Objektiv jedoch ist aus Metall (Aluminium?). Der Griff der Kamera ist mit einer griffigen Struktur versehen. Das Objektiv ist auch sehr griffig, auf Grund der feinen Metallrillen. Zwischen diesen feinen Rillen bleibt aber auch leicht Schmutz hängen, der sich aber gut wegwischen lässt. Die Knöpfe aus Plastik sind allesamt sehr gut eingefasst und die Druckpunkte stimmen, nur der Auslöser ist aus Metall. Nur die Drehwippe zur Menünavigation hat minimales Spiel, was aber wohl konstruktionsbedingt ist. Der etwas exponierte An-Aus-Schalter rastet sauber und mit einem satten „Klick“ ein. Das Kunststoff-Display ist sehr fest und lässt sich nicht einfach verstellen. Besonders das schwenken nach unten (für Über-Kopf-Fotos) fühlt sich an, als ob man gegen die Mechanik arbeitet und etwas kaputt macht.

Der Lieferumfang umfasst alle „notwendigen“ Teile, bietet aber darüber hinaus auch nicht viel mehr, ein HDMI-Kabel fehlt ebenfalls. Lobenswert ist die pfiffige Lösung für die Aufbewahrung und den Transport des Blitzes. Was fehlt ist aber Zubehör, dass ein Verstauen oder Transportieren der Kamera getrennt vom Objektiv ermöglicht – eigentlich ein Muss, bei einer Kamera die eine halbe SLR sein möchte. Die Schulterschlinge ist eine ziemliche Beleidigung in Sachen Aussehen und Qualität. In Zeiten wo man hochwertige Lanyards und Handyaccesoires für wenige Cent herstellen kann, leistet sich Sony eine kratzige und billige Nylonschlaufe, auf der beinahe unsichtbar an den beiden Enden auf dem Leder ein „Sony“ eingepresst ist. Das was bei anderen Herstellern Standard ist – durch eine gute Schlaufe mit Logo den Kunden zum Marken-Botschafter zu machen – kann man aber für Spaßpreise von 29,- bis 61,- EUR nachholen [sony.de] – traurig. (Akku und Objektivdeckel fehlen auf dem Bild, weil in/an der Kamera)

Die Kamera macht durch die metallische Optik, das Magnesiumgehäuse und die Verarbeitung insgesamt einen sehr massiven (nicht schweren), hochwertigen und exakt gearbeiteten Eindruck. Die Kamera hat eine sehr edle Haptik und fühlt sich „sehr gut“ an. Nur das inkludierte Zubehör lässt zu wünschen übrig.

Weiter gehts mit Handling / Bedienung …

Handling / Bedienung

Lumix G2:

Die Lumix liegt sehr gut in der Hand und hat eine angenehme Größe, was aber wohl insbesonder von der Handgröße abhängt. Die Kamera wiegt betriebsbereit 590 g. Die Bauform vermittel ein richtiges „Fotoapparat-Gefühl“. Sehr praktisch ist die Position des Daumen-Drehrädchens um durchs Menü zu scrollen. Die Menüs sind übersichtlich gehalten und größtenteils verständlich, teilweise sind aber verwendete Symbole und Abkürzungen nicht selbsterklärend und erfordern einen Blick ins Handbuch. Die Knöpfe sind praktisch und gut zu erreichen, nur der Knopf zum Blitz ausfahren liegt hinter dem linken Rädchen für die Messfeld-Fokus-Wahl und ist nicht optimal platziert, da man im Eifer des Gefechts versehentlich die Messfeldwahl verstellen kann bzw. schlecht an den Blitz-Knopf kommt.

Das schwenkbare Display und die Touch-Funktion sind sehr intuitiv und erlauben über ein Quick-Menü schnelle Veränderungen der Aufnahmeparameter (je nach Aufnahmemodus). Die Displayauflösung ist hoch, allerdings sehen das Menü und die eingeblendeten Infos etwas grobpixelig (/hässlich) aus. Bilder lassen sich auf dem Display nur bedingt auf Schärfe hin kontrollieren. Das Display ist selbst in der Sonne gut ablesbar, wirft man einen Schatten darauf, sind die Farben noch besser zu erkennen. Allerdings kann es nicht ganz mit dem Display der NEX-5 mithalten, was Spiegelfreiheit und Ablesbarkeit in der Sonne angeht.

Die Akkulaufzeit ist anständig, Trotz viel Herumspielen (gut 120 Fotos) und diversen Videos ließ der Akku nur einen von seinen 3 Balken nach, nach 2. Akkuladung. Der Akku ist spürbar leistungsfähiger bzw. die Kamera weniger energiehungrig als die Sony, denn während man bei der Lumix wartet, dass sich was bei der Akkuanzeige tut, kann man bei der NEX-5 quasi zuschauen.

Insgesamt ist das Touch-Feature sehr angenehm zu bedienen und funktioniert auch größtenteils gut. Besonders praktisch ist das „Markieren“ eines Objektes für den Autofokus (der dann sogar das Motive verfolgen kann), was aber manchmal nicht richtig funktioniert, weil der Fokus nicht das richtige Objekt anvisiert, da das Tippen nicht perfekt exakt ist. Die Touchfunktion ist sehr bedienfreundlich, funktioniert aber eben nicht immer optimal (mit dicken Fingern wahrscheinlich nur sehr schwer). Gerade beim Durchscrollen durch die gemachten Bilder wischt man manchmal nicht stark genug, wodurch man nicht zum nächsten Bild gelangt oder wischt und drückt zu stark, was zu einer der Vergrößerung des aufgerufenen Bildes führt – beides unerwünscht. Allerdings gibt es im Lieferumfang einen „Tippstift“ bzw. Mini-Stylus, mit dem man auf dem Display herumdrücken kann. Dieser vermeidet dann auch die sonst unvermeidlichen fettigen Fingerabdrücke, die bei Fingerbenutzung entstehen – welche dann bei heller Beleuchtung und viel Licht die Lesbarkeit des Displays etwas beeinträchtigen können (und vor allem schmutzig aussehen lassen). Etwas verwirrend kann auch sein, das man nicht permanent den Screen zum Tippen benutzen kann, so kann man im Menü nur mit dem Scrollrad und den 5 Menütasten arbeiten.

Der (elektronische) Sucher ist sehr fein aufgelöst und ist sehr scharf, funktioniert aber nur bei eingeschalteter Kamera. Zur Kontrolle von Aufnahmen ist der Sucher besonders bei intensiven Lichtverhältnissen eine große Hilfe. Eine gut gemeintes Feature ist die automatische Umschaltung des Live-Views vom Display auf den Sucher, wenn man sich mit dem Auge dem Sucher nähert – leider ist dieser Sensor so sensibel und hat eine so hohe Reichweite (gut ca. 5 cm), dass man leicht bei der Bedienung des Touch-Screens diesen kurz deaktiviert, da die Kamera auf Sucher umschaltet. Dies ist besonders nervig bei nach links ausgeklapptem Display, da man mit der rechten Hand (wenn die linke die Kamera am Objektiv hält) vor dem Sensor vorbei muss, was dann zu einem Aussetzer führt. Dies kann auch bei eingeklapptem Display passieren, allerdings nicht so einfach. Deaktiviert man das Autoumschalten, hat man das Problem nicht mehr und kann per Knopf zwischen Display und Sucher wechseln.

Ein Manko auf Grund der relativ kompakten Bauform ist, dass man (oder jemand der die Kamera nicht kennt: Anfänger / Oma / Kind / Freundin) sehr leicht mit der linken Hand vor dem AF-Hilfslicht rumfingert, was zu matschigen Bildern führen kann. Dies wäre weiter oben, oder neben dem Auslöser wahrscheinlich besser platziert. Ungünstig ist auch, dass die Kamera einen proprietären USB Anschluss hat, dass heiß, dass man nicht ein Standard mini-USB Kabel anschliessen kann, sondern unterwegs immer das Panasonic eigene Kabel benötigt (wenn man nicht eh mit einem Card-Reader unterwegs ist).

Die Kamera ist sehr schnell, die Einschaltgeschwindigkeit ist hervorragend. Im Auto-Modus schaltet man ein und kann sofort schießen, ohne dass der Autofokus bei anständigen Lichtverhältnissen Probleme hätte, scharf zu stellen. Die Auslöseverzögerung ist auch minimal und insgesamt hat man das Gefühl, mit einer sehr unmittelbar reagierenden Kamera zu arbeiten. Auch die Auto-Anzeige von gemachten Bildern arbeitet sehr fix, man sieht sofort nach der Aufnahme das Bild und kann sofort (je nach gewählter Anzeigedauer) weiter fotografieren.

Insgesamt ist das Handling sehr angenehm, die Bedienelemente sind gut angeordnet und gut zu erreichen. Die Kamera hat sehr viele Einstellungsmöglichkeiten (3 Custom-Einstellungsprofile etc.) und ist für Einsteiger unter Umständen etwas kompliziert zu Beginn. Wie bei jeder Kamera benötigt man aber einfach etwas Zeit um damit klar zu kommen, hat dann aber eine sehr innovative und gut zu bedienende Kamera, die vor allem durch Geschwindigkeit und vielen Einstellungsmöglichketen punktet.

NEX-5:

Die NEX-5 liegt in der Hand wie eine Kompaktkamera, wobei sie durch das große Objektiv aber relativ vorderlastig ist. Die Kamera ist nichtsdestotrotz sehr handlich und hat mit 490 g in Betriebsbereitschaft ein hervorragend geringes Gewicht. Auch große Hände oder Finger sollten mit dem Halten der Kamera und den gut platzierten Knöpfen (es gibt einfach wenige) keine Probleme bekommen. Die Kamera lässt sich, bis auf zoomen natürlich, mit einer Hand gut bedienen. Die Führung der Kamera leidet auch einhändig nicht, da das Objektiv nicht so schwer und massiv ist, wie es aussieht und sich anfühlt. Gut gelöst ist auch die Position des AF-Hilfslichts, das zwischen Objektiv und der Griffmulde mit dem Auslöser liegt, wodurch man es  beim Auslösen schwer verdecken kann – hier könnten höchstens dicke Finger in die Quere kommen. Die Bedienung über das Jog-Dial erfolgt problemlos und der Druckpunkt der Radtaste ist sehr angenehm. Das Objektiv ist etwas schwergängiger als von der Lumix und der Ring muss „weiter“ gedreht (Vierteldrehung) werden, um vom Weitwinkel- zum Telebereich zu kommen, dies ist insbesondere anstrengend im Videomodus, wenn man möglichst wenig wackeln möchte, aber ohne Umgreifen nicht näher ran bzw. weiter weg stellen kann.

Sehr gut funktioniert auch der mitgelieferte Blitz, den man aufstecken bzw. schrauben kann. Der Blitz kommt in einem praktischen Plastikdöschen, welches am Schulterriemen befestigt werden kann, wenn er nicht gebraucht wird. Auf Grund der Größe stört der Blitz aber kaum, auch wenn man ihn permanent montiert lässt. Durch Hochklappen wird der Blitz aktiviert, im heruntergeklappten Zustand löst er nicht aus – der Blitz kann also ohne Ausflug ins Menü ein- und ausgeschaltet werden.

Da man bei der Kamera auf einen Sucher verzichten muss (der aber als Zubehör erhältlich ist), ist man vom Display „abhängig“. Dies ist aber kein Problem: Das Display ist hervorragend abgestimmt, löst mit 921.600 Pixeln auf und ist daher sehr scharf. Die Ablesbarkeit ist selbst bei direkter Sonneneinstrahlung super und im schnellen Hand-Schatten hat man ein hervorragendes Bild und starke Farben. Die Klappfunktion des Displays ist hilfreich und eignet sich gut dazu, um am Boden oder über dem Kopf zu fotografieren.

Sehr schön ist die Panorama Funktion der Kamera, mit der sich interessante Schwenks durch die Landschaft aufnehmen lassen. Dieses Feature ist aber mehr als eine Spielerei und klasse umgesetzt, da das Zusammenfügen der Bilder schnell und ohne größere Einschränkungen bei der Bildqualität erfolgt – man kann nur schwer „Nähte“ erkennen. Panorama-Schwenks funktionieren aber hauptsächlich und am besten, im Weitwinkel – je mehr man zoomt, desto deutlicher sichtbar werden Nähte und desto schwieriger wird es für die Kamera ohne Unterbrechung aufzunehmen (Aufnahme bricht ab).

Der Akku reicht (nach der ersten Ladung) für ca. 160 Aufnahmen, ca. acht 1-2 Min. lange HD Clips und viel Rumspielen an der Kamera. Zum Laden braucht der Akku ca. 240 Min. – was in Zeiten von Schnellladegeräten etwas arg lang und im Angesicht der kurzen Laufzeit doppelt unerfreulich ist. Sehr nützlich ist die prozentgenaue Anzeige der Akkurestlaufzeit, die besser abschätzen lässt, wann der Saft zur Neige geht. Allerdings kann man durch Aus- und wieder Einschalten schon mal ein paar Prozent gewinnen, was Zweifel aufkommen lässt, wie genau die Anzeige wirklich ist. Wenn der Akku „leer“ anzeigt, sind noch ca. 5-10 Min. Betrieb mit Blitz drin! Besser als die üblichen 3-5 Balken ist die Anzeige in jedem Fall! Interessant ist, dass beim Abspielen von HD-Videos die Kamera an der Unterseite spürbar warm wird (schon nach 1 Min.).

Alle Einstellungen müssen über das Menü und das Drehrädchen vorgenommen werden, es gibt keine Schnellzugriffstasten auf z.B. ISO-Werte oder Einzel-/Serienbild Auswahl. Das Menü ist klar strukturiert und sehr einsteigerfreundlich. Teilweise ist es aber zu einsteigerfreundlich, z.B. der Automatikmodus lässt fast keine Änderungen an Bildparametern zu, außer der Wahl zwischen Einzel- und Serienbild. In den anderen Modi kann man jeweils nur bestimmte Parameter verändern, der Rest wird von der Kamera bestimmt. Etwas nervig ist auch, dass man die „Shoot.-Tips“, den in die Kamera integrierten Anfängerkurs mit 80 Tipps, nicht ausblenden oder deaktivieren kann – sie werden im Automodus und sogar im M-Modus immer angezeigt und liegen auf dem unteren Auswahlknopf.

Insgesamt ist das Menü gut durchdacht und aufgebaut, einziges Manko ist, dass man bestimmte Menüpunkte nur in bestimmten Modi erreicht. So kann man im Automodus z.B. keine Parameter einstellen, die für den Automodus nicht relevant sind (Fokusmethode, Weißabgleich, Blitzverhalten etc.). Möchte man also generell die Fokussiermethode auf „Spot“ stellen, muss man erst den Modus wechseln, die Einstellung vornehmen und dann ggf. wieder auf den Automodus wechseln. Dies ist wahrscheinlich so gedacht, damit der geneigte Einsteiger versteht, dass es im Automodus irrelevant ist, welche Fokussiermethode (und sonstigen Einstellungen) vorgenommen wurde, da die Kamera diese festlegt. Dadurch wird die Bedienung etwas umständlich und ist wahrscheinlich ein K.O.-Kriterium für versierte Fotografen, die diese Bevormundung, wann was einstellbar ist, ablehnen dürften.

Einfacher und besser von der Bedienbarkeit her wäre aber wahrscheinlich gewesen, einfach alle Parameter in allen Modi zur Einstellung freizugeben wobei die Kamera dann einfach alle Einstellungen ignoriert, die für den jeweiligen Modus nicht relevant sind (was man ja auch in der Regel an den Info-Icons erkennen kann).

Ein anderer Schwachpunkt der Kamera ist die Geschwindigkeit, sowohl die Einschaltzeit, als auch die Auslöseverzögerung befinden sich gefühlt am oberen Ende des Tolerierbaren. Die Kamera ist nach dem Einschalten, erst nach ungefähr einer Sekunde „schussbereit“ – die Lumix ist da gefühlt viel schneller. Akzeptabel ist die Auslöseverzögerung bzw. die Geschwindigkeit des Autofokus, allerdings steht sie hier der Lumix spürbar nach, man muss sich zwischen Aufnahmen einen Augenblick länger gedulden, bis man wieder feuern kann. Richtig langsam wird’s, wenn man Autowiedergabe aktiviert, wobei der geringste Wert 2 Sek. sind – die Kamera braucht gut eine bis eineinhalb Sekunden, um das Bild auf den Bildschirm zu zaubern, währenddessen geht nichts – sobald das Bild erscheint, kann man die Wiedergabe durch Drücken des Auslösers zwar abbrechen, allerdings ist man dann bei knapp 3 Sek. Pause zwischen den Aufnahmen. Das ist etwas lang und eigenartig bei einem Gerät, dass sogar FullHD Video Betrachtung ohne Sperenzchen erlaubt – also eigentlich über die Rechenpower verfügen sollte, ein JPG anzuzeigen, ohne dass man sich in der Zeit rückwärts bewegt (übertrieben).

Zusammengenommen ist das Handling der sehr kompakten und im Verhältnis leichten Kamera sehr gut, besonders das Display und die intuitive Bedienung sind angenehm und ermöglichen ein schnelles „Einlernen“ – die Kamera „macht einfach Spaß“. Auch die FullHD-Videoaufnahme mit Stereoton gefällt. Der größte Minuspunkt ist jedoch die Geschwindigkeit, die zwar nicht fürchterlich, aber gefühlt einiges entfernt von der Lumix ist. Ein weiterer Abstrich muss bei der Menüführung gemacht werden, die zwar einfach und größtenteils intuitiv ist, allerdings auch vertrackt wirkt.

Bildqualität / Videoqualität

Ohne hier jetzt große Worte zu verlieren einfach ein paar unbearbeitete Beispielaufnahmen von beiden Modellen. Das Öffnen der Bilder kann etwas dauern, da die JPEGs teilweise bis zu 8,5 MB groß sind. Zum Thema Bildqualität lege ich die diversen Tests verschiedener Onlinemagazine ans Herz, deren Ergebnisse und deren Interpretationen wahrscheinlich elaborierter sind, was das Rauschverhalten und der Farbwiedergabe etc. angeht. Was aber auffällt sind insbesondere, dass die JPEGs die direkt von den Kameras kommen etwas “punchier”, kräftiger sind, während die RAW-konvertierten JPEGS etwas flau aussehen, hier wäre noch etwas Feintunign bei der Konvertierung nötig bzw. etwas Nachbearbeitung, damit es stimmt.

Lumix:

Bei den Bildern handelt es sich jeweils um das JPEG (“_1” Endung), das aus einer RAW-Datei konvertiert wurde (Adobe Direct RAW auf bester Qualitätsstufe) und eins, so wie es direkt von der Kamera kommt. Die Bilder wurden im RAW+JPEG Modus in bester Qualitätsstufe aufgenommen. Die Aufnahmeparameter findet man in den Bilddaten direkt. Reihenfolge: RAW-konvertiert, JPEG.

NEX-5:

Bei den Bildern handelt es sich jeweils um das JPEG (“+” Endung), konvertiert aus einer RAW-Datei, mit der Sony-Software Image Data Lightbox SR auf bester Qualitätsstufe und ein JPEG, so wie es direkt von der Kamera kommt. Die Bilder wurden ebenfalls im RAW+JPEG Modus in bester Qualitätsstufe aufgenommen. Die Aufnahmeparameter findet man in den Bilddaten direkt. Reihenfolge: RAW-konvertiert, JPEG.


Zum Schluss noch ein paar Videobeispiele, gehostet bei Vimeo, wo man nach Anmeldung auch die Originaldateien als MTS / MP4 Dateien herunterladen kann:

Lumix G2:

Panasonic Lumix G2 Testvideo (HD Lowlight) on Vimeo.

Panasonic Lumix G2 Testvideo (HD) on Vimeo.

NEX-5:

Aufnahmen mit Einstellung MP4 in 1440×1080

Sony NEX-5 Testvideo (MP4 Lowlight) on Vimeo.

Sony NEX-5 Testvideo (MP4) on Vimeo.

Sony NEX-5 Testvideo (Lowlight) on Vimeo.

Aufnahmen mit Einstellung AVCHD (FullHD) in 1920×1080

Sony NEX-5 Testvideo on Vimeo.

Fazit:

Wo Test drauf steht, muss auch Fazit drin sein, daher an dieser Stelle eine Zusammenfassung der Punkte die auffielen, bei beiden Kameramodelle. Wie schon gesagt, hinkt der Vergleich insofern leicht, als zwei Kameras verglichen werden, die sich sehr unterscheiden – eine mit FullHD Video, die andere ohne, die eine als Einsteigerknipse mit DSLR-Allüren, die andere als vollwertige, Schrumpf-DSLR etc. – daher nur ein paar Punkte, die man  hervorheben kann:

Lumix G2 (kompakte, ausgewogene Kamera, für fortgeschrittene Nutzer bzw. solche die es werden wollen):

+ Sehr gute Bildqualität
+ Gute Bedienung, gutes Handling
+ Viele Einstellungsmöglichkeiten
+ Schwenkbares Touch-Display
+ MicroFourThirds-Standard mit einer Reihe von Objektiven zur Auswahl
+ Großer Lieferumfang
+ ausdauernder Akku
+/- Verarbeitung OK
– Kein HD-Video
– Video-Ton nur in Mono
– Relativ groß und schwer (für „Micro“Fourthirds)
– Display in der Sonne nur mäßig ablesbar
– Übersensibler Display/Sucher-Sensor

NEX-5 (für Ein-/Umsteiger, die gute Fotos ohne große Einarbeitung machen wollen oder wenn Gewicht, FullHD und einfaches Handling im Vordergrund stehen):

+ Sehr gute Bildqualität
+ Klasse verarbeitet
+ Leicht und kompakt, hervorragendes Handling
+ Einfache Bedienung
+ FullHD Video
+ Display in der Sonne gut ablesbar
+ Video-Ton in Stereo
– Geschwindigkeit teilweise mäßig
– Umständliche Menüführung
– Kurze Akkulaufzeit
– Knapper Lieferumfang
– (Noch) wenige Objektive mit neuem E-Standard verfügbar
– Kein Sucher
– Zubehör sehr teuer

Info: Alle Aufnahmen wurden mit einer Panasonic 8GB Silver SDHC Speicherkarte (Class 4) gemacht, die mit ca. 15,8 MB Schreiben und 19 MB lesen kann (laut H2Testw, getestet im 35in1 Hama-Kartenleser an USB 2.0).

Note: Dieser Blog ist werbefrei (weil Werbung scheiße ist ablenkt). Diese Seite ist ein komplett privates Unterfangen – alle Kosten, dieser Seite auch. Wem dieser Test / Vergleich gefallen oder geholfen hat, hat die Möglichkeit unter dem unten stehenden Link zu diesem Blogprojekt beizutragen (Paypal). Spender werden auf Wunsch auf der Seite als Supporter genannt und haben in jedem Fall einen Platz ganz oben auf der Liste der coolen Menschen sicher! Thx!