Posts Tagged ‘Pfui Teufel’

Schimpf und Schande

Saturday, March 13th, 2010

Allerorten liest, hört und sieht man dieser von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche, katholischen Internaten und anderen kirchennahen Organisationen. Was auffällt:

Der heilige Vater hat sich bis jetzt vornehm zurückgehalten und zu den Missbrauchsfällen nichts gesagt. Bis heute. Erst pünktlich zu Berichten, die nahelegen, dass Papa Ratzinger einmal in seiner Zeit als Bischof von München und Freising mit über eine Versetzung eines “auffällig gewordenen” Priesters entschieden hat. Dieser hat dann auf seinem neuen Posten wieder jemanden missbraucht. Das zweite Mal hat es dann sogar für eine Anklage und Verurteilung gereicht [zeit.de] Just wo dies bekannt wird, lässt il Papa über Herrn Zollitsch mitteilen, dass er “mit großer Betroffenheit und Erschütterung” von den Missbrauchs-Fällen in Deutschland gehört hat [stuttgarter-zeitung.de]. Gleich stellt sich auch ein williges Bauernopfer schützend vor den heiligen Vater – “Der frühere Generalvikar Gerhard Gruber (81) übernehme die “volle Verantwortung” dafür” [zeit.de]. Offensichtlicher geht‘s wohl nicht.
So stellt man sich einen offenen Umgang mit der Thematik Missbrauch vor, oder? Während in der Republik das beste aus katholischen Internaten und Jugendfreizeiten aus den letzten 4 Jahrzehnten hochgekocht wird, lässt seine Heiligkeit sich Zeit mit einem Statement, bis es ihm selber ans goldene Röckl geht.

Besorgniserregend ist auch die Reaktion der Vertreter der Kirche und treuen Anhängern im Fernsehen [daserste.de]. So war bei Maischberger am 9. März einiges los, als der österreichische Bischof Laun argumentierte, dass Missbrauch ja nicht nur ein Problem in der Kirche, sondern in der gesamten Gesellschaft sei. Womit er sicherlich recht hat. Unterschied: vom bösen Schokoladenonkel erwartet man nicht, mit einem höheren Auftrag in Gottes Namen zu handeln. Man überlässt Kinder und Jugendlich ja gerade der Obhut der Kirche, da man erwartet, dass es dort eben nicht zugeht wie in der “gottlosen Gesellschaft” und sie mit Alkohol und GV in Berührung kommen.

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Aufklärung 2010

Saturday, January 30th, 2010

Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert. So lange hat es gedauert, bis eine Medien-Zulassungsstelle auf diesem unseren schönen Planeten eine wegweisende Entscheidung trifft! Eine epische Entscheidung. Nicht so ein Firlefanz, dass man zuviel Blut sieht. Nee, was Wichtiges!

Die australische FSK (Australian Classification Board – ACB) hat kleine Brüste von Darstellerinnen erotischer Filme verboten. Richtig gelesen: kleine Brüste verboten. Alles um die Körbchengröße A muss draussen bleiben, was soviel bedeutet, dass solche Filmchen vom Zoll beschlagnahmt werden dürfen. So ist das. Ohne Silikon geht nix mehr.

Warum fragt sich jetzt der aufgeklärte Erdenbürger aus der Gegenwart… Weil kleine Brüste Pädophile ansprechen könnten. Dass die Filme mit weniger üppig ausgestatteten Oberweiten eher so im Lolita-Genre anzusiedeln sind, trägt sicher zu dieser Entscheidung bei. Trotzdem mutet der Umstand, Filme auf Grund von der Ausgestaltung sekundärer Geschlechtsmerkmale der Darstellerinnen zu verbieten, sexistisch komisch an.

Diese Entscheidung ist noch nicht öffentlich, sondern wurde von der Australian Sex Party (ASP) bekannt gegeben, nach Gesprächen mit der ACB.

Was jedoch schon durch ist, ist die Entscheidung des ACB, Filme zu verbieten, in denen die weibliche Ejakulation dargestellt wird (aka “squirting”). Hierbei kann man von gesundem Sexismus sprechen, da es sich hierbei um keine “Praktik”, sondern mehr um physiologisch bedingtes Beiwerk des weiblichen Parts beim Akt handelt (einigermaßen gut erforscht und mehr oder weniger bekannt [wikipedia.de]). Da es sich aber in den Augen des ACB um etwas handelt, dass Fäkalspielchen in nichts nachsteht (die natürlich auf Film ebenso verboten sind, in Australien). Für die Australier gilt zu hoffen, dass nicht nächste Woche Filme verboten werden, in denen Frauen beim Akt Spass demonstrieren. Außerdem sollte sie überlegen alle unchristlichen Stellungen, bis auf die gottgegebene Missionarsstellung auch zu verbieten. Auch Kondome sollten nicht mehr gezeigt werden, denn der Akt ist zur Fortpflanzung gedacht, bitteschön.

Insgesamt sind die Australier eigentlich gar nicht so weit weg von der deutschen Sicht der Dinge, zumindest was kindliche Darstellerinnen angeht… Das hatten wir aber schon [aristophrenia.com].

Quellen:
via [geekologie.com]
[somebodthinkofthechildren.com]
[msnaughty.com]

Grüße aus Spamistan

Tuesday, July 28th, 2009

Manchmal geht der Tag gut los – da macht man das Emailprogramm auf und siehe da, da hat sich was am Spamfilter vorbeigemogelt. Echt grandios diese Spam-Comedy…

EURO MILLION. MICROSOFT-GROSS JACKPORT-LOTTERIE PROMO LOTTERIE)
SPAN-NR.: 9465206 ———————————-
Herzlichen Glückwunsch, Ihre E-Mail-Adresse, hat neun hundert fünf ünd dreizig tausend vierhundert ünd siebzig Euro (935.470,00 Euro)in die elektronische Post von Microsoft Summer 2009, Gewonnen ist es von Ihnen erwartet, wenden Sie sich bitte an die Ansprüche
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Sehen sie bitte unten für Details.
8-AV.BLAS JUAN-UNION SICHERHEIT FIRMA S.A MADRID SPANIEN]
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Regulierer:Don DAVID PEREZ
E mail:xxxxxx@latinmail.com
Telefon: 0034-xxxxxxxx
Telefax: 0034-xxxxxxxx
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ANTRAG AUF PREIS ANTRAGSFORMULAR – E (Eingang Amtsblatt
Notification Letter)
ANSPRUCH, DER FORM VERARBEITET

1.Vollständiger Name:
2. Adresse:
3. Geburtsdatum:
4. Geschlecht:
5. Telefon:
6. Mobile:
7. Beruf:
8. Nationalitit:
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Herzlichen Glückwunsch noch einmal, vergessen Sie Ihre Angaben,und dies für die Art und Weise von der öffentlichen Bekanntmachung.
Vice President,
Don Garcia Jose

Die Hervorhebungen sind von mir. Die Telefonummer / Email hab ich mal rausgenommen, nicht dass der arme Mann noch terrorisiert wird… Meine Email-Adresse wollte immer schon mal eine Million ünd fünfzig in der Jackport-Lotterie gewinnen. Vergessen Sie Auf preis Rechtschreibung im ottgraFie Arsch Ohne Angaber *CIALIS*.
Wer wissen will, woher der Spam eigentlich kommt und wie der gemacht wird, erfährt dies nach der dem nächsten Maus – Klick.

Öko Mehrwert?

Wednesday, April 29th, 2009

Um es im Sinne Shakespeares zu sagen: Bio oder nicht Bio, das ist hier die Frage. Seitdem es bei jedem anständigen Discounter diverse Produkte mit dem Bio-Siegeln gibt, frage ich mich als Endverbraucher, ob das Extra an Geld mir auch das Extra an Geschmack oder Qualität liefert, dass ich erwarte.

Ein Kriterium wäre der Geschmack. Geschmacklich kann ich leider nur auf einen kleinen Querschnitt aus Erfahrungen verweisen, die wenig repräsentativ sind. Trotzdem ein Tip vorab: Finger weg von Bio-Erdnussbutter, da stimmt einfach gar nichts… Geschmack, Farbe, Konsistenz, alles baba. Okay jetzt wieder so qualifiziert es geht

In Deutschland gibt es das EG-Biosiegel, das von 3.197 Unternehmen auf 52.928 Produkten verwendet wird [bio-siegel.de], sowie eine weitere Bandbreite von Biosiegeln von Verbänden und Vereinen, wie z.B. das Bioland- oder demeter-Siegel. Etiketten sind ja bekanntlich eine gute Sache, aber was steckt dann dahinter?

bio

Was die gelegentlich bemerkbar bessere Qualität angeht – es gibt zwar nicht von unabhängiger Quelle, aber einer Institution die sich eben auch eine fettes BIO auf die Fahnen geschrieben hat, dem Bioland-Verband, einen Vergleich [pdf], der zeigt, was bei dem EG-Biosiegel noch drin sein darf und welche Normen sich die Bioländler (selbst) auferlegen. Der Vergleich ist sehr erhellend und macht zweifeln, ob der teilweise herbe Preisbonus bei dem EG-Siegel den teilweise recht herben Preisunterschied zu 08/15-Produkten rechtfertigt. Bei Biosupermärkten einzukaufen lässt einem ja manchmal das Portemonnaie bluten, wie beim Mineralwasserkauf in der Apotheke.

Nun denn, beim EG-Siegel, hat man die Garantie, dass nichts bestrahlt, gentechnisch verändert oder mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln bearbeitet wurde. Das ist etwas. Bei der Fleischproduktion sind die Regeln aber teilweise recht lax und von artgerechter Haltung ist man weit weg – so dürfen noch 16 Masthennen mit einem Lebendgewicht von nicht mehr als 30kg auf einem qm untergebracht werden. Auch bei den Schweinen hat ein Vieh von max. 50kg immerhin 0,8m Stallfläche und 0,6m Außenfläche zur Verfügung – watn Luxus. Immerhin die Biester sehen die Sonne (bevor sie sich wieder im Stall gegenseitig aufessen). Bei Bioland siehts da durch die Bank weg besser aus! Besonders gut finde ich dass die auf den Kuhtrainer (allein das Wort schon) verzichten, der die Kuh mit Elektroschocks zwingt sich beim Harnen und Koten *rofl* in einen Graben zu entleeren! Da ist klar wo der Preisunterschied herkommt, wenn der Bauer von Hand entmisten muss…

Genau nachschauen, was nach der EG-Öko-Basisverordnung erlaubt ist und was nicht kann man auf der Seite vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dort findet man auch die Infos zu Pestiziden, Stallflächen etc. [BMELV]

Insgesamt schaut es also so aus, als ob man bei dem EG-Bio-Siegel schon mal “natürlicher” wegkommt, als bei “herkömmlichen produzierten” Produkten – es dürfen aber immer noch eine ganze Reihe von Pestiziden eingesetzt werden, die Regelungen für Tierhaltung sind auch eher gut gemeint, aber nicht wirklich super. Wer auf Nummer sicher und sauber gehen will, greift zu Bioland-Produkten. Wer die Prise Esoterik auch beim Essen braucht, greift am Besten zu demeter, nur da bekommt man Sachen, die “eingebunden in biologische und kosmische Rhythmen” produziert wurden [demeter.de]. Ohne Pestizide reicht doch schon…

Was halt insgesamt irgendwie komisch anmutet, ist die Tatsache, dass ein dickes BIO auf Sachen steht, in denen immer noch Sachen erlaubt sind, die man nicht mit einem heile-Welt Biobauernhof verbindet. Was ist dann bloß in den Sachen drin, auf denen nicht mal das EG-Siegel prankt? Lieber nicht dran denken.

Für alle Mettwurstfans, ein Appetitverderber vom Nicht-Bio-Hof:

Ich frage mich gerade, wieviel Abzesse und Buckel und 3in1-Schweine ich schon gegessen habe. Die Mohammedaner haben recht – Schweinefleisch ist dirty. Aber momentan ist ja eh wieder Hühnerfleisch angesagt.