Aufklärung 2010

Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert. So lange hat es gedauert, bis eine Medien-Zulassungsstelle auf diesem unseren schönen Planeten eine wegweisende Entscheidung trifft! Eine epische Entscheidung. Nicht so ein Firlefanz, dass man zuviel Blut sieht. Nee, was Wichtiges!

Die australische FSK (Australian Classification Board – ACB) hat kleine Brüste von Darstellerinnen erotischer Filme verboten. Richtig gelesen: kleine Brüste verboten. Alles um die Körbchengröße A muss draussen bleiben, was soviel bedeutet, dass solche Filmchen vom Zoll beschlagnahmt werden dürfen. So ist das. Ohne Silikon geht nix mehr.

Warum fragt sich jetzt der aufgeklärte Erdenbürger aus der Gegenwart… Weil kleine Brüste Pädophile ansprechen könnten. Dass die Filme mit weniger üppig ausgestatteten Oberweiten eher so im Lolita-Genre anzusiedeln sind, trägt sicher zu dieser Entscheidung bei. Trotzdem mutet der Umstand, Filme auf Grund von der Ausgestaltung sekundärer Geschlechtsmerkmale der Darstellerinnen zu verbieten, sexistisch komisch an.

Diese Entscheidung ist noch nicht öffentlich, sondern wurde von der Australian Sex Party (ASP) bekannt gegeben, nach Gesprächen mit der ACB.

Was jedoch schon durch ist, ist die Entscheidung des ACB, Filme zu verbieten, in denen die weibliche Ejakulation dargestellt wird (aka “squirting”). Hierbei kann man von gesundem Sexismus sprechen, da es sich hierbei um keine “Praktik”, sondern mehr um physiologisch bedingtes Beiwerk des weiblichen Parts beim Akt handelt (einigermaßen gut erforscht und mehr oder weniger bekannt [wikipedia.de]). Da es sich aber in den Augen des ACB um etwas handelt, dass Fäkalspielchen in nichts nachsteht (die natürlich auf Film ebenso verboten sind, in Australien). Für die Australier gilt zu hoffen, dass nicht nächste Woche Filme verboten werden, in denen Frauen beim Akt Spass demonstrieren. Außerdem sollte sie überlegen alle unchristlichen Stellungen, bis auf die gottgegebene Missionarsstellung auch zu verbieten. Auch Kondome sollten nicht mehr gezeigt werden, denn der Akt ist zur Fortpflanzung gedacht, bitteschön.

Insgesamt sind die Australier eigentlich gar nicht so weit weg von der deutschen Sicht der Dinge, zumindest was kindliche Darstellerinnen angeht… Das hatten wir aber schon [aristophrenia.com].

Quellen:
via [geekologie.com]
[somebodthinkofthechildren.com]
[msnaughty.com]

Nur Fliegen, ist schöner

Alé Hopp! Der CCC (Chaos Computer Club, für die, die die letzten 15 Jahre in einer Höhle gelebt haben) hat am Hamburger Flughafen, Fuhlsbüttel, ohne größere Probleme eines “der besten” Sicherheitssysteme auf dem Markt für Mitarbeiterausweise “geknackt”. So konnten ohne Schwierigkeiten Mitarbeiterausweise des Flughafenpersonals ausgelesen werden, die Daten gespeichert werden und dann verwendet werden, um Türen und Zugänge bis hin zum Rollfeldzu öffnen [abendblatt.de].

In Zeiten wo es trotz Nacktscannern, Blasencheck (bis zu 500 ml gehen da rein!) und Vorhautkontrolle sowie totaler geheimdienstlicher Überwachung für registrierte Terroristen möglich ist, ein Flugzeug mit Sprengstoff am Bein zu besteigen [welt.de], sollte man meinen, dass die Flughafensicherheit groß geschrieben wird. Man sollte meinen, dass die bei den Mitarbeitern anfängt, da diese viel häufiger und wahrscheinlich unbemerkter in sensible Zonen kommen bzw. Leute in diese hineinlassen können. Aber nein, man pflegt ein Zugangskontrollsystem, wie mit Cafeteria-Karten, 0-bit verschlüsselt. Das war sicher – bis es nur jemand versucht hat zu knacken. Wow!

Was beruhigt, ist, dass das Personal “genauso strengen Checks unterliegt, wie normale Passagiere”, jeder auch nicht öffentliche Zugang ist zusätzlich mit Personal gesichert… Schon blöd, wenn das aus dem eigenen Unternehmen dementiert wird (s. Artikel oben).

Unabhängig von der Sicherheit des Karten-Systems frage ich mich, was es überhaupt nützt, die Sicherheit so extrem hoch zu halten. Egal welche Schlüsselmechanismen man verwendet, es besteht ja immerhin die Möglichkeit, dass es sich bei Terroristen nicht um Passagiere handelt. Man redet schließlich von Leuten, die lange im voraus planen und so. Denen würde man glatt zutrauen, sich auch mal bei einem Flughafen beschäftigen zu lassen – ach nee, das macht ja nichts, es gibt ja noch Sicherheitsleute an jeder (?) Türe und einen Passagier-Style-Check. Zum Glück ist noch niemand auf die Idee gekommen, sich mit einem Gesinnungsgenossen im Doppel, also auch beim Sicherheitsdienst zu bewerben und beschäftigen zu lassen. Sollte man vielleicht mal bei den Flughäfen dieser Welt anwarnen. Aber das haben die bestimmt nicht unter Kontrolle, die Sicherheitsdienste sind ja häufig extern…

FORDERUNG AN DIE WELT: Anstatt die Sicherheitsvorkehrungen auf Flughäfen für potentielle Terroristen (aka zahlende Fluggäste) noch weiter zu verschärfen und noch absurdere Regeln und teurere Scanner etc. einzuführen, sollten die Flughäfen ihre Hausaufgaben machen und erstmal die eigene Türe sauber verschliessen. Wo man dann immer noch nicht gegenan kommt, sind langfristige Strategien (Bewerbung – Beschäftigung – Amok) bzw. religiöse oder weltanschauliche Ansichtsänderungen der Flughafen-Bediensteten über die Zeit hinweg (á la Militärpsychiater gone al Quaeda [AFP via google.com]). Ergo: 100% Sicherheit gibt es nicht – stop the hassle!

Klimawandelkritikerkritik

Als letzten Post im alten Jahr, habe ich gedacht, schreibe ich etwas, dass für länger als das kommende kleine Menschenjahr ein Thema sein wird. Das was Ed Hardy in der Modewelt war in 2009, war die Klimakatastrophe im wissenschaftlichen, politischen und polemischen Diskurs. Daher komme ich nicht umhin auch hierzu etwas Unqualifiziertes zu sagen.

Es gibt ja Leute, die meinen, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Damit haben sie wahrscheinlich recht, denn es scheint recht viel dafür zu sprechen – auch die Modelle, die keiner mehr versteht und die Zahlen, die man ein bisschen überinterpretiert. Andere Leute meinen, es gibt den Klimawandel nicht, die Forschung dazu ist manipuliert, es ist alles Panikmache, Geldmache und es gab schon immer Temperatur- und Schwankungen von allem. Diese Leute haben wahrscheinlich auch recht. Aber wer hat rechter?

Ich als kleines Menscher aus Nordeuropa kann nur sagen, dass es mit Ausnahmen, seit ich denken kann (also ca. 20 Jahre) wärmer wird. Zumindest im Winter. Während im Kindesalter noch der ein und andere Ausflug über die Feiertage in den Schnee fiel, weil wirklich 30 cm weiße Pracht draußen eine andere Fortbewegung als mit Skiern unmöglich machte, Kindergeburtstage auf zugefrorenen Seen mit Schlittschuhen gefeiert wurden, sind seit ca. 15 Jahren solche extremen Zustände Mangelware. Solche Wetterbedingungen werden höchstenfalls noch angewarnt – geben tut es sie höchst selten. Beweis: Meine Langlaufskier und neuen Schlittschuhe habe ich nie benutzt und das nicht aus Zeitmangel.

Man könnte auch noch etwas unabhängigere Quellen herbeizitieren, aber da kenne ich die Datenbasis nicht. Für mich bleibt: Es tut sich was beim Wetter! Und wenn ich mir so überlege, welches Szenario mir lieber wäre, dann möchte ich bei den Panikmachern und Klimakatastrophlern bleiben. Denn die saqen ja unterm Strich, dass alles von den Menschen abhängt und wir selber Schuld sind. Wenn die recht haben, wirds vielleicht hart und garstig, aber es besteht eine Chance, das wir was ändern können.

Wenn die “Klimakritiker” und “Skeptiker” recht haben, dann können wir gar nichts machen, wir sind ein Spielball der Natur / Sonnenwinde / Dr. Tod oder der Illuminati und die Idee finde ich scheisse unvorteilhaft. Ich wage nämlich zu bezweifeln, dass Gottes Gnade uns ereilen wird und das Ende, wenn dann schnell kommt. Dazu schaue man nur mal in die Welt oder lese diesen Blog.

Diese Idee die ich hier geäußert habe, hatte bestimmt schon jemand vor mir und hat sie viel besser formuliert und mit Bildern illustriert, in einer Dissertation oder einem inferioren Medium veröffentlicht. Ich hatte heute aber zur Feier des Tages keinen Bock auf Recherche und Verlinken – möge der Ur-Autor das Nachsehen mit mir habe.

Ein Frohes Neues Jahr, voller Liebe und noch mehr Verschwörungen und Theorien wünsche ich allen Lesern (und nur diesen!) dieses, vielleicht besten Blogs der Welt. Merry new year.

Neues aus der Welt der Pyramidensysteme

Steh’ ich beim Bäcker an, liegt da neben der BLÖD-Zeitung, auf dem Häufchen mit den Werbeauslagen vom lokalen Karateclub, der Einladung zum Diavortrag “Unglaubliches Dänemark” und den anderen bunten Flyern, einer von “XanGoTM-Juice”. Name hört sich witzig an, mitgenommen. Beim Frühstück dann gelesen – Bonjour – ein nettes Pyramidensystem! An dieser Stelle soll jetzt keine Werbung gemacht werden, aber das ist einfach alles zu überzeugend!

Der Flyer ist schon mal die Wucht. Layout by MS Word, Rechtschreibkorrektur off, Glaubwürdigkeit off.

Das Dilemma

– massenhaftes Anfluten von Freien Radikalen – hoch aggressive zerstörungswütige Sauerstoffverbindungen  die, bei ungehinderter Ausbreitung die Zellen attackieren, schwächen, entarten oder absterben lassen. […]

Es fehlt der zweite Punkt, eine Alternative, ein Entscheidungsproblem. Aber gut, wer mehrere Leerzeichen zwischen Worten einbaut, „freie“ für ein Nomen hält und so wissenschaftlich argumentiert…

“Übermass tut nicht gut!”

Maß ohne “ß” auch nicht.

“Beim Leistungssport steigert sich die Radikalbelastung auf bis zu 600%!”

Ahso…

In dem Stile geht es locker weiter. Super-Antioxidanzien helfen “Freie Radikale” einzufangen, die Mangostan ist ein uraltes Heilmittel in Asien, diverse Persönlichkeiten aus der Sportwelt schwören auf Xanthone, das sind “Super-Antioxidanzien” usw. … Jipi!

Wie man im Internetz lernen kann, ist Multi-Level-Marketing mittlerweile nicht mehr so verpöhnt oder gar verboten, wie die böse Stiefschwester des MLM, das Schneeball- oder Pyramidensystem [wikipedia.de]. Problem ist, dass die Abgrenzung schwerfällt. Zum Beispiel könnte es sich um eine dieser bösen Stiefschwestern handeln, wenn das Produkt, das verkauft wird, einen zweifelhaften Nutzen hat. Bei XanGo, dem Extrakt aus der Mangostan-Frucht handelt es sich aber natürlich um ein Produkt, das über jeden Zweifel erhaben ist!

Deshalb fehlen auch auf jeder Website, die mit dem Produkt XanGoTM assoziiert ist, Links oder Hinweise auf wirkliche medizinische Studien, oder diese sind mit hübschen Photoshop-Bildern veranschaulicht [xango.com]. Und weil es defintiv um ein Superprodukt und das Wohl der Menschheit geht, findet man unter der Kontakt-Website, die auf dem Flyer angegeben ist, nur eine Seite á la “Ihr perfekter Nebenjob, kein Risko, kein Spam” [mbbischof.com].

Weitere Recherche offenbart wuchtigeres: Auf der Seite von XanGo selber findet man unter “Businessleitfaden” nicht etwa die Strategie, sondern gleich die Kontakt- und darunter die Bestelladresse, wo man den Super-Mehrfruchtsaft für günstige 127,- EUR die Kiste ordern kann. So stell ich mir das auch immer vor, “Geschäftsidee: Bestelladresse”. [xango.de] Für Zahlungen wird bei Bestellungen immer 5,- EUR berechnet,  – ist ja auch ganz normal heutzutage, wo doch Bargeld lacht!?! Die Vertriebsmitgliedschaft kostet nur 20,- EUR fürs Jahr, alle Gebühren für Mailings sind darin schon inbegriffen… (Was‘n Glück, die Emails sind umsonst!). Bei Provisionszahlungen wird auch nochmal was abgezogen – klar, bei dem Aufwand, den man mit Internet-Banking heutzutage hat.

Die Provisionen für “Vertriebspartner” sind aus einem einfach zu verstehenden Plan zu entnehmen, alles ganz durchsichtig [xango.de]! “… die Unternehmungsführung und die Vertriebspartnerschaft teilen sich den Umsatz 50/50.” [xango.de] Das versteht jeder sofort! 1 Million Vertriebler machen die Arbeit und teilen sich ihre Häfte vom Umsatz und die obersten acht Gründungsvetter die andere Hälfte. Klingt gut. Fast so gut wie eine Heilsreligion dessen Science-Fiction-Buchautor-Gründer ich hier nicht nennen möchte. Sehen auch alle gesund und munter aus die Gründungsväter von dem Club, vielleicht wirkt der GeldFruchtsaft ja doch. [xango.com]

Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, der bunte Fruchtcocktail aus dem ganzen Baum mag ja lecker, auch natürlich (so natürlich wie Fruchsaftkonzetrat eben ist) und gesünder sein als Vieles was man sonst bekommt, wenn man ~25 – 30 EUR für eine Flasche mit 750 ml hinlegt (Bubbley?). Aber sorry, die Präsentation und was hier versucht wird, wie und zu welchem Preis zu verkaufen macht einfach einen von A -Z unseriösen Eindruck (nur Firmenadressen im Ausland, keine richtigen wissenschaftlichen Referenzen, Kundenansprache á la “werde finanziell unabhängig mit etwas Leckerem”, Preise vom Mond etc.).

Und warum eigentlich nicht “Tahitian-NoniTM-Juice”? [noni-zeit.de]

Ergo: Finger weg von “TM-Säften”.

Test: Nokia N97 mini

Hier ein kleiner, sehr subjektiver, aber unabhängiger Test des N97 mini:

Verarbeitung / Qualität:

Das Gerät ist super verarbeitet, es knarzt nichts, das “Spaltmaß” (dachte vorher das gibts nur bei Autos), ist super, zwischen Unter- und Oberseite (Tastatur – Display) gibts es nur einen winzigen Zwischenraum. Dieser fällt kaum auf. Wenn man nicht weiß, dass es sich um ein Gerät mit Klapp-Mechanismus handelt, bemerkt man diesen wahrscheinlich gar nicht. Das Handy macht subjektiv einen edlen Eindruck, dem Metall-Rahmen und der Alu-Rückseite ist dies gedankt. Der Akku-Deckel ist allerdings nur eingesteckt und wird innen durch zwei “Nasen” gehalten. Ein versehentlicher Wurf des Geräts auf den Teppich liess ihn sofort abspringen. Da ist der Klick-Verschluss vom z.B. E75 besser, da muss man einen kleinen Knopf drücken, damit der Deckel aufspringt.

Die Tastatur ist solide und es wackelt nichts herum (Tasten sind sehr flach und gut eingefasst). Das Zubehör ist ebenfalls gut designed und macht einen guten Eindruck. Nur das Netzteil ist sehr leicht und es klappert drinnen etwas, wenn man es schüttelt. Vom Anblick und der Haptik macht auch das Stereo Headset einen sehr sauberen Eindruck. Ein Applaus an Nokia, nicht nur billige gameboy-mäßige Kopfhörer beizulegen, sondern In-Ear-Kopfhörer, die auch in Elfenohren halten; mit dabei, 3 verschiedene Gumminoppengrößen.

Einzig der Screen, genauer, die Plastik-“Folie” passt nicht so ganz zu dem sonst sehr edlen Look. Besonders eine leichte Wölbung bei der Ohr-Muschel kann man sehen, was die Oberseite sehr plastikmässig erscheinen lässt (kann auch an meinem Gerät liegen – beim lokalen MM ist es mir nicht aufgefallen).

Benutzung / Usability:

Hardware

Der Touchscreen ist resistiv, nicht kapazitativ wie etwas beim Iphone, daher muss man etwas mehr Druck aufwenden, um z.B. zu scrollen oder Apps zu starten. Aus meiner Erfahrung, ist dies aber kein Manko, man kann die Sensitivität und die Fingergröße im Menü einstellen und mit etwas Feintuning passieren kaum Tippfehler aka ungewolltes Öffnen von Programmen o.Ä. Mit dem Fingernagel oder einem spitzen Gegenstand lässt sich wunderbar genau arbeiten (Bildschirmtastatur im Opera-Browser z.B.). Sehr angenehm ist das Vibra-Feedback, das man bekommt, wenn man etwas auf dem Screen drückt. Dieses Feeback ist etwas was die Bedienung sehr viel angenehmer und intuitver gestaltet – trotz virtuellen Tasten “fühlt” man das Drücken (ein Plus ggü. dem Iphone).

Die Hardware-Tastatur ist sehr angenehm zu bedienen, der Druckpunkt der Tasten könnte allerdings etwas prägnanter sein, dafür sind die Tasten bzw. die Sensoren darunter sehr sensibel. Selbst wenn man die Taste nicht “durchdrückt” wird jedoch der Buchstabe eingegeben. Die Tastenbelegung ist sinnvoll und anscheinend etwas verändert (-bessert) gegenüber dem großen Bruder N97. So liegen z.B. “.” und “,” auf eigenen Tasten und müssen nicht über “Function” eingefügt werden. Was häufig moniert wird, ist dass die Leertaste “zu weit” rechts liegt. Dies empfinde ich als Vorteil, da eine Hand (bei mir rechts) immer das Gerät halten muss und der Daumen genau darüber liegt – man kann sie also sehr leicht erreichen. Dies ist aber wohl sehr subjektiv. Ein richtiger Kritikpunkt ist dies in meinen Augen trotzdem nicht, da man sich in jedem Fall auf die kleine Tastatur einstellen muss (wegen der Umlaute etc), nach einer kurzen Gewöhnungsphase ist das abgehakt. Ein fettes Plus sind die Richtungstasten, die perfekt liegen, wo sie hingehören und die Wippe vom N97 ersetzt haben.

Sehr cool ist der Abstandssensor, der den Screen deaktiviert, wenn man sich das Gerät ans Ohr hält und ihn wieder “belebt”, sobald man es vom Kopf wegnimmt. Es besteht so auch während des Sprechens nicht die Gefahr des Button-Spektakels mit dem Ohläppchen oder dem Gesicht (das Gerät ist also “hohe-Wangenknochen-kompatibel”).

Als sehr angenehm empfinde ich auch den Winkel des Displays, bei freigestellter Tastatur. Eine wahre Freude ist der Schiebe-Taster für die Tasten-/Screensperre. So einen Button habe ich bis jetzt bei jedem meiner Handys schmerzlich vermisst. Diese 2-Tasten-Drückerei bei Barren-Format Handys ist einfach die Pest. Umso begeisterter bin ich von dem Schieber und einer leichten Vibration, die das Gerät einschlafen bzw. aufwachen lässt! Ein riesenfetter Pluspunkt!

Die Kamera hat keine Abdeckung mehr wie beim N97, was wahrscheinlich besser ist, als eine einzubauen, die dann selber die Linse zerkratzt – man siehe diverse Foren (Qualitätsmanagement?!). Ein bisschen komisch mutet es dennoch an, nichts zu haben, was die Linse schützt, da das Telefon direkt auf der Erhöhung von der Kamera liegt, wenn es mit dem Display nach oben liegt. Die Linse selber ist jedoch etwas zurückversetzt (ca. 0,5 mm), so dass das Glas nicht die Tischplatte/whatever berührt. Ein Sand- oder Zuckerkorn (letztens beim Latté schlürfen) sollte aber reichen, um hier bleibende Spuren zu hinterlassen. Dies ist in meinen Augen ein kleines Manko. Die Rückseite so zu gestalten, dass das Telefon immer angewinkelt liegt, würde hier für den nötigen mm mehr Abstand sorgen, damit (noch) weniger Risiko besteht. Die 5MP Fotos sind dafür jedoch sehr brauchbar, ebenso die Videos, die in immerhin 640*480 oder nHD 640*360 Pixel aufnimmt. Über die Bildqualität lass’ ich mich hier nicht aus, zum Knipsen reicht es und nachts geht nicht viel – Überraschung! Es ist nur ein Handy.

Nicht so pralle ist die Implementierung des Musikplayers von der Hardware her. Das Headset ist gut verarbeitet und die In-Ear-Plugs sind klasse, wenn man diese aber das erste Mal einsteckt, passiert nichts – kein Sound. Googlen gibt die Lösung vor: Rein und Raus. Dann geht es (!). Ja, so muss es sein. Wenn man dann die Tasten an der Kabelfernbedienung nutzt, gibt es jedes Mal eine leise kleine Rückkopplung bzw. ein elektrischen Summen/Fiepen, dass man sehr gut vernehmen kann. Auch ein Drehen oder Drücken am 3,5 mm Klinkeneingang wird gelegentlich mit einem Knacksen quittiert. Ob dies dann doch am Headset, dem Kopfhörereingang oder dem Soundchip liegt? Man weiß es nicht, es klingt halt nur ein bisschen nach mäßigem Qualitätsmanagement bei den Audiokomponenten. Die Tonqualität ist jedoch gut, sowohl über Kopfhörer, als auch den Lautsprecher.

Die Tonqualität insgesamt ist gut, es gibt nichts auszusetzen, weder beim normalen Telefonieren noch beim Freisprechen. Die Verbindungen werden gefühlt schneller aufgebaut als mit meinem alten SE K800i (gleiche Funkzelle). Außerdem braucht das Handy nur 40 Sek. zum booten, dann ist Netz da und es kann losgehen.

Zur Akkuleistung kann ich mich nur den vielen anderen Tests anschließen: Der Akku ist für ca. 36h gut (s. auch Update unten). Danach will er wieder ans Döschen. 4h Navi über Bluetooth-GPS-Modul, bei gleichzeitigem GSM Empfang reichen um einen vollen Akku ganz zu entleeren. Bei mäßiger Nutzung, 6h Ruhepause (off) des Nachts und deaktiviertem 3G kommt man auf ca. 2,5 Tage Durchhaltevermögen. Nach ca. 90-100 Minuten ist die Batterie wieder frisch.

Software

Ein kritischer Hard-/Software-Punkt ist die schräge Hardwaretaste links neben den “Touch”-Buttons für Anrufannahme bzw. Auflegen. Diese hat einen recht kräftigen Druckpunkt und sie stört das gesamte Touchfeeling der Bedienung via Touchscreen. Will man ins Menü, ist man ständig versucht, die virtuelle “Optionen”-Taste direkt darüber zu drücken, mit der man dann jedoch nur Einstellungen am Home-Screen vornehmen kann. Dieser Punkt wird wahrscheinlich sehr unterschiedlich wahrgenommen, da diese Belegung auch verhindert, dass man ungewollt ins Menü geht und Einstellungen verändert, weil etwas den Touchscreen drückt, wo es nicht soll. Insgesamt also nichts Katastrophales, aber etwas das mich leicht stört.

Ein Punkt der mir aufgefallen ist, ist, dass Nokia anscheinend mit jedem Symbian Update das komplette Menü umstrukturiert. Als ehemaliger SonyEricsson Nutzer finde ich das Menü bei Nokia eh schon verwirrend, aber zwischen dem OS S60 v3 und dem S60 v5 gabs nochmal große Veränderungen. Das muss selbst für eingefleischte Nokia-Nutzer anstrengend sein. Z.B. sind in v5 Kamera und  Karten mit unter Programme (2. Untermenü), vorher waren die unter dem ersten Menü (bei Einstellungen etc.). Ebenso ein Desaster ist das einrichten eines WLAN-Zugangs. Diesen findet man nicht etwa unter “Internet” (1. Menüebene) – da geht‘s direkt zum Browser – sondern unter “Menü ->Einstellungen -> Verbindungen -> Ziele”. Macht halt Spass so die basalsten Dinge mit einem “Business-Communicator” machen zu wollen und jeden Sch**** erstmal googeln muss.

Was ich als störend empfinde ist, dass man sich im Home-Screen nur zwei Leisten mit je 4 Shortcuts legen kann. Man kann hier zwar darunter/darüber auch ein gesondertes Feld für den WLAN-Assistenten oder Kontakt-Favoriten hinlegen, aber nur 8 Shortcuts ist echt zu wenig. Die Shortcut-Leisten sind dafür frei arrangierbar – Hier bitte mehr Möglichkeiten, den Start/Home-Bildschirm selber zu gestalten (Wunschliste).

Extrem nervtötend sind die an jeder Stelle integrierten Shop-Verknüpfungen, dies ist aber nicht nur bei Nokia so, andere Hersteller sind ähnlich penetrant. In jedem Menü findet man mindestens einen Link auf den Ovi-, Musik- oder Sonstwasstore. Ist ja nur nett gedacht zum Geld verdienen, aber man sollte zumindest alle Store-Links deaktivieren können (á la iTunes) – kann sonst unterwegs sehr teuer werden. Ist nur noch was für die Wunschliste.

Ein Kritik-Punkt den man in allen Reviews im Netz finden kann, ist die Touch-Navigation in Menüs und Programmen, die nicht durchgängig gleich ist. Im Home-Screen reicht ein Druck, um ein Programm, die Kontakte oder Optionen zu öffnen. In dem “Programme”-Menü startet man die Programme mit einem Tipp – was mitunter nervig ist, weil man beim “kinetic-scrolling” ungewollt Programme öffnet. Ist man in den “Einstellungen” unterwegs, muss man plötzlich 2x Tippen um einen Menüpunkt zu öffnen. Nett gedacht, um Falschauswahl zu verhindern, aber diese Inkonsistenz nervt. Dies soll keine Kritik am “kinetic-scrolling” oder der Sensitivität des Screens sein, es ist nur so, als ob bei Nokia die Ingenieure die Softwareoberfläche mitgestaltet haben und gerne den Doppeltipp bei den Geräteeinstellungen wollten (von wegen Sicherheit und so). Da hätte der Chef-Software-Designer mal auf den Tische hauen müssen. Einfacher Ausweg um beide Mankos zu beseitigen: Doppeltipp zum Öffnen von Programmen (= kein ungewollter Programmstart mehr) und Einfachtipp zum Navigieren in “Einstellungen” – Punkt 3 für die Wunschliste.

Selbst das “kinetic-scrolling” ist nicht durchgängig – so muss man in Menüs generell von unten nach oben “wischen”, um weiter nach unten zu kommen. Gestaunt habe ich dann bei der Installation des Nokia-Emailprogramms, in dem die Lizenzvereinbarung sich nur durch Wischen in die andere Richtung, oben nach unten, lesen ließ. Jaja, ist halt noch nicht lange draußen die Symbian v5.

Ein Desaster ist der Nokia-eigene Browser. Da es Opera (lite) gibt will ich gar nicht lange klagen, aber der Nokia Browser ist einfach aus den 90ern (ha, das sitzt!). Die Oberfläche ist unintuitiv, Bookmarks lass sich nur über ein Untermenü aufrufen. Einfach gräulich. Da merkt man, dass Nokia die S60 Oberfläche noch nicht so lange für Touchscreens anbietet. Dem Browser sieht man mit am deutlichsten an, dass er für Telefone mit Steuerkreuz und ohne QWERTZ-Tastatur gemacht ist. Dieser Punkt ist zu vernachlässigen, da es wie gesagt sehr angenehme Alternativen gibt, allerdings ist dies einfach eine Blöße für ein Handy / PDA, dass als Kommunikationsmaschine vermarktet wird. Für das Unternehmen Nokia insgesamt eher ein Armutszeugnis, da es doch so gerne mit bei den mobilen Computern mitmachen will (N900, Nokia 770) – da dann keine gescheite Browserlösung offerieren zu können ist irgendwie ungut.

Softwareseitig fällt mir beim Musikplayer auf, dass er mit einer leichten Verzögerung auf Tasteneingaben reagiert (Screen und Haedsetfernbedienung) – dies tut zwar der Funktionalität keinen Abbruch, allerdings wirkt es unelegant. Man drückt “play” und es passiert eine halbe Sekunde nichts, dann spielt erst die Musik, genauso bei “pause”. Der Zeitraum ist so, dass man bei den ersten Malen versucht ist, 2x zu Tippen, weil sich nichts regt. Keine Ahnung, ob das jetzt rein softwareseitige Ursachen hat, aber in der Summe, mit den leichten Problemen von der Hardware her, macht der Player einen “clumsy” Eindruck – etwas behäbig und nicht ganz ausgereift. Schade bei einem Multimedia-Handy.

Bei allem Gemecker: Was man dem System zugute halten muss ist, dass es sich noch nicht aufgehängt hat, keine Programmabstürze passiert sind (da bin ich von WM5 und 6 anderes gewöhnt) und es insgesamt sehr flüssig und stabil läuft.

FAZIT:

Hardwareseitig ist am N97 mini wenig auszusetzen. Von den Maßen und dem Gewicht sowie der Verarbeitung her ist das Gerät ein angenehmer Begleiter in der Hosen- oder Jackentasche. Look & Feel sind wirklich handschmeichlerisch. Da gibt‘s nichts auszusetzen, außer man wird kleinlich und moniert (wie viele andere) die alternative Tastenbelegung und das Layout der QWERTZ-Tastatur oder stört sich sehr an dem hakeligen Musikplayer. Einziges wirkliches Manko auf der Hardwareseite wäre die geringe Akkuausdauer – die aber zu verschmerzen ist, wenn man den Funktionsumfang (BT, WiFi, 3G etc.) und das schöne große Display rechnet, die versorgt werden wollen. Allerdings verstehe ich hier die Hersteller nicht, da wohl die meisten Kunden die ein Smartphone / PDA in Betracht ziehen und daher sowieso schon mal bereit sind, sich einen, im Verhältnis großen Handy-Prügel zuzulegen, sicher 10-20g mehr Gewicht in Kauf nehmen würden, wenn sich dies in 12h mehr Akkulaufzeit niederschlägt.

Wie man schon an der Wunschliste sehen konnte, sind die meisten Mankos also durch das OS bedingt. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf bei Nokia. Was so sonderbar ist, ist dass alle (ausnahmslos ALLE) Kritikpunkte sich beheben ließen. Da Nokia in keiner Weise eine Vorreiterrolle einnimmt, weder hard- noch softwareseitig, sollte man annehmen, es würde versucht werden, Dinge besser als die starke Konkurrenz zu machen. Diesen Eindruck macht Nokia überhaupt nicht. Ausreden, dass Symbian halt nicht für Touch-Geräte gemacht ist, halte ich für ganz maue Ausreden: Dann macht es dafür, passt es an! Es ist ja auch was Anständiges dabei rumgekommen, ein gutes stabiles System, aber alle nötigen und in vielen Tests geforderten Veränderungen könnte man sofort implementieren! Tip: Lasst den User entscheiden, ob er den Doppelklick möchte oder nicht, macht den Scrollbalken alternativ breiter…

Hier ein kostenloser Ratschlag, der von McBeratung eine höhere 5-stellige Summe kosten würde – falls Nokia-Bedienstete dies lesen sollten: Die Bedienungsschwierigkeiten und die selbst für versierte Nutzer frickelige Menüführung kann man wahrscheinlich auf einen Schlag viel besser gestalten, wenn man die Ingenieure bei den Brainstormings der Softwareentwickler aussperrt. Alternativ bieten sich auch Marktforschung oder Beta-Tester an, um zu schauen was die Konkurrenz so macht bzw. was potentielle Kunden von dem Versteckspiel von Menüpunkten und der Einfach-Nichteinfach-Tipp-Politik halten.

Fazitfazit: Das N97 mini ist sehr zu empfehlen und vom Format sowie den Funktionen her ein sehr wohldurchdachtes Gesamtpaket. Die Software bzw. das OS muss aber dringend überarbeitet werden *aufupdatehoff*. Der Preis ist jedoch etwas zu hoch, für ein Telefon, das auf der Softwareseite so schwächelt. Der UVP legt mit 529,- EUR nur knapp unter der Benchmark, dem Iphone, dass es in diversen EU-Ländern unlocked ab ca. 575,- EUR gibt. Der Straßenpreis von ca. 430,- EUR (15.12.2009) ist schon angemessener und liegt im Rahmen für ein Gerät dieser Couleur.

Da ich so Bewertungen wie 90% oder 6 von 10 Sternen für wenig aussagekräftig halte, ziehe ich eine Bewertung im guten alten Schulnotensystem vor – das mag zwar auch für die Katz‘ sein um Kinder oder Handys zu bewerten, aber damit sind (fast) alle besser vertraut.

Hardware 1,3
Software 3,0

Wer mag, kann sich einen Schnitt bilden, wenn das dann glücklich macht (hint: 2,15).

Das Datenblatt für das Gerät kann man hier einsehen [Nokia.de]

Update 12.02.2010:
Einige Sachen die noch hinzuzufügen wären, nach “Langzeitnutzung” nach immerhin fast 3 Monaten:

  • Akkuleistung: Im GSM-Betrieb bei dezenter Nutzung (2 Telefonate/SMS pro Tag + einige Terminerinnerungen) hält der Akku locker 5-6 Tage. W-LAN kostet viel Akku, man kommt nur knapp einen Tag (ca. 12h) aus, wenn man permanent online ist.
  • Wenn der Akku auf den Rest geht und man Vibration bei Tastendruck (also Vibra-Feedback) eingeschaltet hat, setzt die Vibration ab dem letzten Akku-Strich manchmal aus und es ertönt nur ein hochfrequentes Fiepen. Da bekommt wohl das Vibrationsteil nicht genügend Saft. Fühlt / Hört sich komisch an.
  • Es gibt einen nervigen Bug, manchmal schaltet sich das Display einfach nicht aus, also in Standby – es bleibt einfach an, nur manuell mit dem Seitenschalter geht es dann aus. Alles gecheckt, es läuft kein Programm im Hintergrund, das sonst nicht auch läuft (Kontakte, Mitteilungen etc.). Ein Neustart schafft nur manchmal Abhilfe.
  • Das interne GPS funktioniert sehr gut, es dauert zwar ca. 10 min. um Satelliten zu finden,was im Normbereich liegt, bleibt dann aber konsequent im Kontakt, sogar im Bus (nicht am Fenster). Man ist also je nach Lage nicht unbedingt auf ein zusätzliches GPS-BT-Modul angewiesen.
  • Eklatantes Beispiel für den Menü-Irrsinn: A-GPS, internes GPS oder BT-GPS an- oder ausschalten geht nicht etwa unter Einstellungen im Menüpunkt “Karten”, sondern man findet diesen Punkt nur unter “Menü -> Programme -> Standort -> Standortinfo”. Ganz mies ist auch, dass man den Punkt “Programme” nicht als Shortcut legen kann! Mann kann zwar mit 2x Tippen auch dorthin gelangen, aber warum bitte geht das nicht? Jeden anderen Unsinn, alle vorinstallierten Programme etc. können auf Shorts gelegt werden. Wurde auch Zeit dass Nokia “sein Kronjuwel,” Symbian als open-source freigibt [spiegel.de]. Komisch, dass ausgerechnet bei den Finnen so Kirmes dabei heraus gekommen ist, so lange da viele Millionen reingesteckt wurden. Ich warte auf das erste freie community-OS, das nicht wie eine alpha-Version anmutet.

HP loves this planet!

Ein Träumchen… Hewlett Packard, ein schönes großes Unternehmen, dass die Welt mit den Druckern und Computern versorgt, die sie braucht. Das ist zuweilen ein schmutziges Geschäft, man verbaut Hauptplatinen, die irgendwo in der 2,5ten Welt hergestellt werden, muss sich mit defekten Geräten und Kunden herumschlagen, Unmengen an Hardware versenden und Retouren bearbeiten etc. Da die ganze Herstellungskette und auch das Recycling ziemlich ressourcenfressende Angelegenheiten sind und HP das weiß und die Kunden das wissen, hat HP natürlich auch schon was für den Umweltschutz getan. Ganz viel natürlich. Computer und Drucker kaufen ist somit fürs Gewissen, was der Kirchengang fürs Seelenheil.

Woran man sowas festmachen kann: HP hat die Erde lieb, HP hat Aktionen ins Leben gerufen wie “Power To Change” [hp.com] und eine Seite mit Umweltvideos “Enviromental Theater” [hp.com] – das mutet wahrscheinlich nur auf Deutsch etwas eigenartig an. Wie ernst HP das ganze Theater wirklich ist, sieht man…

Hier der Beweis:

Kläääck määch!

Quelle: [forum.notebookreview.com]

Hat zwar nix mit der Umwelt zu tun – aber es ist einfach ungut, bei einem USB Drucker kein USB-Kabel beizulegen. Das geht einfach nicht. Ist aber bei vielen HP-Modellen nicht mit drin… Bääääh!

EDIT: Anscheinend liefert HP (wie viele andere Druckerhersteller auch) seine Laser-Neugeräte mit halbvollen Tonern aus. Die sind wirklich gute Christen und Umweltschuützer. Da produziert man einen Drucker und eine Kartusche, die dann nur halb befüllt wird… Bei so einem Riesenladen wie HP möchte ich lieber gar nicht hochrechnen, was das für eine Energiebilanz ist, wenn man den Transport fürs Neugerät + halbevolle Kartusche, das Recycling der Kartusche, die neu bestellte Kartusche, den Transport etc. zusammenrechnet. Pfui HP! Schnell nochmal die Videos von wegen Planet und Verantwortung und sauber und so anschauen…

Panikflu H1 – Ne1N

Ein schönes Schauspiel was sich dieser Tage bietet, wenn man in die Zeitungen und auch den TV schaut: Man übt sich in Panikmache. Die eine (überwiegende) Seite, die Ratschläge gibt, wo und wie man sich möglichst schnell gegen die bösen Erreger immunisieren kann und auf die Gefahren hinweist, die drohen, wenn man sich nicht impft [aerztekammer-berlin.de]. Da werden Parallelen zur spanischen Grippe gezogen, die in den 20er Jahren die Opferzahlen des 2. Weltkrieges vorwegnahm [spiegel.de], da werden groteske Rituale propagiert, wie der (wohl nicht ganz ernst gemeint) Airshake [airshake.be] oder der (ernstgemeinte) Japan-Knicks [buero-alltag.de], um ja nicht einen Kranken, einen Menschen der einen Kranken oder die Türklinke, die ein Kranker angefasst hat, anzufassen. Einiges macht durchaus Sinn, vielleicht waschen sich jetzt endlich mehr Menschen die Hände auf deutschen Toiletten (3x am Tag!) und desinfizieren lieber zweimal das Kinderzimmer, nachdem die Putzfrau da war (die kommt ja schliesslich rum, durch ihren Job – man weiß ja nie)…

Die andere Seite übt sich in moderaten Ratschlägen, die Risiken abzuwägen, abzuwarten und vielleicht auch zu hinterfragen, warum es gerade bei dieser Infektionswelle soviel aus der Geschichte zu lernen gibt [tagesspiegel.de]. Andere gehen weiter, schaffen Tatsachen und zeigen die WHO, Regierungen, Pharmakonzerne, Ärztevertreter, Minister, Barack Obama und die Welt an, einen viralen Genozid zu planen und durchzuführen. Hört sich nach interessanter Prosa an, ist es auch. Eine die genau dies getan hat, ist Jane Bürgermeister… [gesundheitlicheaufklaerung.de]. Und es scheint viele zu geben, die ihre Behauptungen für eine korrekte Darstellung der Wirklichkeit halten. Man nehme dieses Interview-Video mit einem Herrn Tarzan Mental-Institution [youtube.com]. Kann man dies als Beweis dafür hernehmen, dass die Wirklichkeit individuell konstruiert wird? Insgesamt macht die Sache mit der Frau Bürgermeister den Anschein eines netten Internet-Hoaxes. Wenn nicht würde ich mich anbieten ein Podium mit ihr und Herrn von Däniken zu organisieren.

Zum Abschluss vielleicht noch ein Realitäts-Check:

BERLIN. Durch die Grippewelle zu Beginn dieses Jahres sind nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts in Deutschland 15 000 bis 20 000 Menschen gestorben. Opfer waren überwiegend alte Menschen, sagten die Influenza-Experten gestern in Berlin.

Die Influenzawelle gehörte zu den heftigsten der vergangenen Jahre. Bis zu sechs Millionen Deutsche konsultierten einen Arzt. In “normalen” Jahren sterben 5000 bis 8000 Menschen an Grippe. Der Wissenschaftler Joachim Szecsenyi von der Universitätsklinik Heidelberg forderte nachdrücklich zur Impfung auf. Sie sei der wirksamste Schutz. In der Risikogruppe der über 60jährigen läßt sich nicht einmal jeder zweite impfen. (…) dpa

Quelle: [abendblatt.de]

Diese Pressemitteilung ist von 2005… Klingelts?