Archive for the ‘Politik’ Category

Aufklärung 2010

Saturday, January 30th, 2010

Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert. So lange hat es gedauert, bis eine Medien-Zulassungsstelle auf diesem unseren schönen Planeten eine wegweisende Entscheidung trifft! Eine epische Entscheidung. Nicht so ein Firlefanz, dass man zuviel Blut sieht. Nee, was Wichtiges!

Die australische FSK (Australian Classification Board – ACB) hat kleine Brüste von Darstellerinnen erotischer Filme verboten. Richtig gelesen: kleine Brüste verboten. Alles um die Körbchengröße A muss draussen bleiben, was soviel bedeutet, dass solche Filmchen vom Zoll beschlagnahmt werden dürfen. So ist das. Ohne Silikon geht nix mehr.

Warum fragt sich jetzt der aufgeklärte Erdenbürger aus der Gegenwart… Weil kleine Brüste Pädophile ansprechen könnten. Dass die Filme mit weniger üppig ausgestatteten Oberweiten eher so im Lolita-Genre anzusiedeln sind, trägt sicher zu dieser Entscheidung bei. Trotzdem mutet der Umstand, Filme auf Grund von der Ausgestaltung sekundärer Geschlechtsmerkmale der Darstellerinnen zu verbieten, sexistisch komisch an.

Diese Entscheidung ist noch nicht öffentlich, sondern wurde von der Australian Sex Party (ASP) bekannt gegeben, nach Gesprächen mit der ACB.

Was jedoch schon durch ist, ist die Entscheidung des ACB, Filme zu verbieten, in denen die weibliche Ejakulation dargestellt wird (aka “squirting”). Hierbei kann man von gesundem Sexismus sprechen, da es sich hierbei um keine “Praktik”, sondern mehr um physiologisch bedingtes Beiwerk des weiblichen Parts beim Akt handelt (einigermaßen gut erforscht und mehr oder weniger bekannt [wikipedia.de]). Da es sich aber in den Augen des ACB um etwas handelt, dass Fäkalspielchen in nichts nachsteht (die natürlich auf Film ebenso verboten sind, in Australien). Für die Australier gilt zu hoffen, dass nicht nächste Woche Filme verboten werden, in denen Frauen beim Akt Spass demonstrieren. Außerdem sollte sie überlegen alle unchristlichen Stellungen, bis auf die gottgegebene Missionarsstellung auch zu verbieten. Auch Kondome sollten nicht mehr gezeigt werden, denn der Akt ist zur Fortpflanzung gedacht, bitteschön.

Insgesamt sind die Australier eigentlich gar nicht so weit weg von der deutschen Sicht der Dinge, zumindest was kindliche Darstellerinnen angeht… Das hatten wir aber schon [aristophrenia.com].

Quellen:
via [geekologie.com]
[somebodthinkofthechildren.com]
[msnaughty.com]

Klimawandelkritikerkritik

Thursday, December 31st, 2009

Als letzten Post im alten Jahr, habe ich gedacht, schreibe ich etwas, dass für länger als das kommende kleine Menschenjahr ein Thema sein wird. Das was Ed Hardy in der Modewelt war in 2009, war die Klimakatastrophe im wissenschaftlichen, politischen und polemischen Diskurs. Daher komme ich nicht umhin auch hierzu etwas Unqualifiziertes zu sagen.

Es gibt ja Leute, die meinen, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Damit haben sie wahrscheinlich recht, denn es scheint recht viel dafür zu sprechen – auch die Modelle, die keiner mehr versteht und die Zahlen, die man ein bisschen überinterpretiert. Andere Leute meinen, es gibt den Klimawandel nicht, die Forschung dazu ist manipuliert, es ist alles Panikmache, Geldmache und es gab schon immer Temperatur- und Schwankungen von allem. Diese Leute haben wahrscheinlich auch recht. Aber wer hat rechter?

Ich als kleines Menscher aus Nordeuropa kann nur sagen, dass es mit Ausnahmen, seit ich denken kann (also ca. 20 Jahre) wärmer wird. Zumindest im Winter. Während im Kindesalter noch der ein und andere Ausflug über die Feiertage in den Schnee fiel, weil wirklich 30 cm weiße Pracht draußen eine andere Fortbewegung als mit Skiern unmöglich machte, Kindergeburtstage auf zugefrorenen Seen mit Schlittschuhen gefeiert wurden, sind seit ca. 15 Jahren solche extremen Zustände Mangelware. Solche Wetterbedingungen werden höchstenfalls noch angewarnt – geben tut es sie höchst selten. Beweis: Meine Langlaufskier und neuen Schlittschuhe habe ich nie benutzt und das nicht aus Zeitmangel.

Man könnte auch noch etwas unabhängigere Quellen herbeizitieren, aber da kenne ich die Datenbasis nicht. Für mich bleibt: Es tut sich was beim Wetter! Und wenn ich mir so überlege, welches Szenario mir lieber wäre, dann möchte ich bei den Panikmachern und Klimakatastrophlern bleiben. Denn die saqen ja unterm Strich, dass alles von den Menschen abhängt und wir selber Schuld sind. Wenn die recht haben, wirds vielleicht hart und garstig, aber es besteht eine Chance, das wir was ändern können.

Wenn die “Klimakritiker” und “Skeptiker” recht haben, dann können wir gar nichts machen, wir sind ein Spielball der Natur / Sonnenwinde / Dr. Tod oder der Illuminati und die Idee finde ich scheisse unvorteilhaft. Ich wage nämlich zu bezweifeln, dass Gottes Gnade uns ereilen wird und das Ende, wenn dann schnell kommt. Dazu schaue man nur mal in die Welt oder lese diesen Blog.

Diese Idee die ich hier geäußert habe, hatte bestimmt schon jemand vor mir und hat sie viel besser formuliert und mit Bildern illustriert, in einer Dissertation oder einem inferioren Medium veröffentlicht. Ich hatte heute aber zur Feier des Tages keinen Bock auf Recherche und Verlinken – möge der Ur-Autor das Nachsehen mit mir habe.

Ein Frohes Neues Jahr, voller Liebe und noch mehr Verschwörungen und Theorien wünsche ich allen Lesern (und nur diesen!) dieses, vielleicht besten Blogs der Welt. Merry new year.

Pressefreiheit + die CDU

Sunday, August 23rd, 2009

So sieht der Wahlkampf bei der CDU aus. Vertreter vom Spiegel wollen zu einer Veranstaltung zu der offiziell per Pressemitteilung eingeladen wurde. Aber es sind nicht alle eingeladen… Der Spiegel muss draußen bleiben. Warum? Darum!

So bleibt die liebe Ursula wenigstens ihrer Linie treu. Was Sie nicht haben will, muss draussen bleiben. Oder es kommt ein Vorhang davor. Herrlich!

Video auf [spiegel.de].

Mein Gott, das wird hier ja das reinste CDU-Bashing… Aber bei so viel Futter. Was soll man dazu sagen?

DingDong – 14

Wednesday, August 19th, 2009

Mal wieder was neues aus dem schönen Freistaat… Herr Hermann, bayerischer Innenminister, forderte jüngst, dass die Netzsperren im Internet auch auf rechtsextreme Inhalte auszuweiten. [zeit.de]

Ich persönlich würde Herrn Hermann, den wir ja schon im Zuge anderer, sehr qualifizierter Forderungen kennen gelernt haben (s. Post Ding Dong – 13), bitten, weiter so hervorragende Salven in die Knie seiner Partei abzugeben.

Ob ein Verbot rechtsextremer Inhalte nun angebracht ist, oder nicht, sei einmal dahingestellt. Bessere Wahlwerbung für die Piraten konnte Herr Hermann aber nicht machen. Schließlich lässt die Leichtfertigkeit, mit der hier Sperren von diesem und jenem politischen Spektrum gefordert werden in der Tat Ängste aufkommen, dass die Sperre von Kiddie-Porn erst der Anfang war. Morgen dann die Antifa-Homepage, Übermorgen die Taz-Seite und wo wir grad dabei sind, sowieso alle Killerspiel- und Pokerseiten…

Hauptproblem ist, dass hier anscheinend versucht wird, eine Verbotskultur zu etablieren, die man sonst eigentlich nur von extremen politischen Spektren kennt. Man besinne sich: diese Forderungen stammen nicht aus Nordkorea und kommen von einer “Volkspartei”. Herzlichen Glückwunsch! Eine Alternative, wie zum Beispiel mehr in Bildung und politische Aufklärung zu investieren wurde und wird zwar permanent gefordert – aber Forderungen sind nur das Gerippe, häufig verleiht erst ein wirkliches Budget einer Idee das nötige Fleisch um Gestalt anzunehmen. Ja, das richtet sich gegen die verquere Spar-Bildungspolitik der letzten Jahre…

Naja, zurück zum Thema: vielleicht sollte Herrn Hermann jemand das mit den STOP-Schildern im Internet nochmal erklären. Herr Hermann: Die Inhalte sind nicht weg!!! Man kann sie nur geringfügig schwieriger erreichen!

So ungefähr muss man sich die Funktionsweise von Stoppschildern vorstellen:

zensursula1

Bildquelle: [mediengestalter.cc]

There’s a new Petition in town…

Saturday, July 11th, 2009

Endlich mal wieder eine Petition gegen den Wahnsinn – Gegen die “beschlossene” Einschränkung von Actionspiel-Spielern, seitens der Bundesinnenministerkonferenz.

Sign it! [epetitionen.bundestag.de]

Für alle die letztes mal bei der Bundestagswahl wählen waren: 10 von 16 Innenministern sind der CDU/CSU angehörig. Bis auf einen sind die anderen bei der SPD [siehe wikipedia.de]. Wie differenziert sich die Christdemokraten mit dem Internet und seinen “Gefahren” auskennen, war schon Gegenstand dieses Posts. Da wundert man sich über gar nichts mehr, das da die christliche Union der Innenminister zu einem solchen Beschluss kommt.

An alle die für Freiheit (im Internet) sind: Vielleicht nächstes Mal nicht die großen “Volksparteien” wählen? Dann kommt vielleicht in Zukunft nicht so ein gräßlicher Scheiss Murks dabei heraus, der aus absoluter Ignoranz geboren, die Bürgerrechte so stark einzuschränken sucht…

BTW: Innerhalb von 3 Wochen ~40.000 Mitzeichner. Zocker erhebt Euch! Gegen die Diskriminierung, für freie Spiele!!!

Piraten? Piraten!

Thursday, July 2nd, 2009

Wa ist da eigentlich los, im armen Somalia? In den Medien schon x-fach wiedergegeben: Die Situation in Somalia ist Schuld an der aktuellen “Pirateplage”. Welche Situation? Gemeint ist wahrscheinlich, das es sich bei Somalia um ein, im wahrsten Sinne des Wortes, “vergewaltigtes” Land handelt… Vergewaltigt von wem? Von allen! Dem eigenen Staatsoberhaupt, reichen Industriestaaten… Eigentlich alles was in Somalia in den letzten 50-60 Jahren politisch und wirtschaftlich passiert ist, muss einem einfach die Tränen in die Augen treiben.

Zur Geschichte in Kürze:

  • 1960 Unabhängigkeit von GB und Italien
  • 1969 Militärputsch und Machtergreifung durch Siad Barre (Ex-Hirtenjunge und Sozialist)
  • 1977 – 1978 Ogadenkrieg gegen Äthiopien, endet in Niederlage
  • 1980er Abkehr vom Sozialismus, Öffnung des Landes für den Westen, da von Russland im Krieg gegen Äthiopien hintergangen
  • 1991 Sturz Siad Barres und Beginn eines Bürgerkriegs
  • 1993 “Black Hawk Down” – Abschuss mehrerer US-Kampfhubschrauber in Mogadischu, Vorlage für den gleichnamigen Film
  • bis heute, Machtkämpfe und Krieg verschiedener Parteien und Warlords, keine funktionierende Zentralregierung

Fakten zu Somalia [CIA – The World Factbook]:

– 70% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser
– ca. 11% Säuglingssterblichkeitsrate
– Lebenserwartung bei Geburt 49,6 Jahre
– GDP (BIP) ca. $5,4 Mrd
– pro Kopf Einkommen ca. $600
– Religion vorwiegend sunnitisch-islamisch

Karte_Map_SomaliaQuelle Bild: [wikipedia.de]

Dieses Land wurde von allen vergessen. Halt! Nicht allen… Eine kleine (große?) Anzahl gewiefter Entsorgungsunternehmer, die den toxischen Abfall, der so in reichen Industrieländern anfällt, entsorgen, hat sich an Somalia erinnert. Schließlich ist ein Land ohne funktionierende Regierung und Küstenwache, dass sich seit fast 18 Jahren im Konfliktzustand befindet der perfekte “Abnehmer” für Sondermüll. Auch Fischereiflotten diverser Länder haben sich erinnert und sich innerhalb der somalischen Gewässer gütlich getan, schliesslich waren die Gewässer sehr fischreich – warum auch diese 200 Meilenzone beachten?

Ein leckerer Umstand. Einige Schiffe verklappen hochtoxischen Müll, Uran, alles was die Industrie so hergibt, an der Küste und in somalischen Gewässern und andere Schiffe überfischen dann das teils arg verseuchte Gewässer. Lecker Omega 3-Nuklearsäuren für Fischfans – so futtern die Leute in den Industriestaaten dann das Cadmium aus ihren Walkmanbatterien – der Kreis schliesst sich. Ist das denn alles so schlimm? Also der UNeP Report, der sich mit den Folgen der Tsunami befasst, beschreibt:

“Contamination from the waste deposits has thus caused health and environmental problems to the surrounding local fishing communities including contamination of groundwater. Many people in these towns have complained of unusual health problems as a result of the tsunami winds blowing towards inland villages. The health problems include acute respiratory infections, dry heavy coughing and mouth bleeding, abdominal haemorrhages, unusual skin chemical reactions, and sudden death after inhaling toxic materials.” (p. 135)

Quelle: [unep.org]

Aha. “Sudden death”, nachdem jemand was Giftiges eingeatmet hat. Fische tot, Grundwasser tot, Fischer tot. So schlimm geht das schon seit den 80er Jahren. Frei nach dem Motto, wo kein Kläger, da kein Richter. Obwohl Kläger gibt es viele: Greenpeace und diverse andere Verbände und NGOs weisen auf den Umstand des Giftmüllhandels gen Somalia schon länger hin [greenpeace.de], genauso wie auf die illegale Überfischung durch ausländische Fischerboote – was im Fachjargon als “Pirate-Fishing” bezeichnet wird [greenpeace.org]. Aber wer richtet es? Keiner…

Wem keiner hift, der hilft sich selbst. Und nun haben wir (die handeltreibende Weltgemeinschaft) das Problem in Form von Fischerbooten, die bis an die Zähne, mit allem bewaffnet, was der internationale Waffenhandel liefern kann, auf ihre eigene “Pirate-Fishing”-Touren gehen. Interessant ist, dass erst ein Frachter mit 33 russischen Panzern an Bord gekapert werden muss, damit auch im dösenden Europa und den gerüsteten USA, die Alarmglocken schrillen [welt.de]. Zack-bumm, gleich sind diverse Zerstörer vor Ort, alle Staaten entsenden ein bisschen Marine. Aber wieso? Damit die Fischer keinen Panzer klauen? Damit nicht noch mehr Waffentransporte aus dem Ostblock gekidnappt werden? Wegen der anderen Frachtschiffe, die teilweise schon monatelang gekidnappt vor Somalia in Piratenhand sind? Auf jeden Fall ist auf einmal die Weltpresse und -öffentlichkeit interessiert. Schließlich muss man Angst haben, dass die gebuchte Kreuzfahrt im Golf von Aden viel aufregender wird als gedacht, oder dass die Südfrüchte nicht rechtzeitig in Europa ankommen.

Armes Somalia. Wer sich mal über den Stand im Staat informieren möchte, sollte mal auf der Seite der Regierung vorbeischauen… Letztens wurde beinahe der Präsident der Übergangsregierung ermordet. Es hat dann nur den Bruder und einige Sicherheitsleute erwischt [somalia.gov]. Außerdem gibt es vermehrt “islamistischen Terror” von “islamistischen Gruppen” die “al Qaeda” nahe stehen (sollen)…

Aber Hauptsache, die Piraten klauen keine Frachter mehr mit Waren für Industrie-Staaten, deren Abfallprodukte aus der Herstellung schon in Somalia am Strand fläzen. Bon Apetit!

Konjunk-Tour

Thursday, May 28th, 2009

Mein lieber Mann – die Krise ist da, alle hats gepackt. Also was macht die KfW um dem Mittelstand ihr milliardenschweres Förderprogramm schmackhaft zu machen? Sie hat tief in die Tasche gegriffen und gas-betriebene Tour-Busse im Lounge Style ausgestattet, die durch Deutschland fahren um auf den Marktplätzen der Republik mit dem hilfsbedürftigen Mittelstand in Kontakt zu kommen. Wann ist er in deiner Stadt? [Tourdaten]

So kommt man bestimmt mit dem krisengebeutelten, kreditbedürftigen Mittelständler ins Gespräch – bei Kaffee und Kuchen nachmittags auf dem Marktplatz – im Tourbus. Ich stelle mir auch vor, dass sich jemand der finanziell und existenziell mit dem Rücken zur Wand steht, sich erst an einem Bistrotischchen so richtig öffnet. Vielleicht sollte man den Damen und Herren bei der KfW noch mitteilen, dass die Mittelständler die sind, die für ihr Geld lange und ganztägig einer Beschäftigung nachgehen müssen…

Aber die Idee zählt – Mehr Infos zu den Programmen und der Tour de Credite: [konjunktur-auf-tour.kfw.de]

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