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Test / Vergleich Panasonic Lumix G2 – Sony NEX-5

Wednesday, June 23rd, 2010

Vorab: Dies ist ein unabhängiger, einfacher und subjektiver kleiner User-Test. Es wurden keine Labor-Tools benutzt und die Beispielaufnahmen wurden nur unter ähnlichen, nicht exakt gleichen Bedingungen aufgenommen. Ziel dieses Tests ist einen Vergleich anzustellen, zwischen zwei Systemkameras, die relativ neu auf dem Markt sind und wohl eine ähnliche Zielgruppe haben. Im Fokus stehen in erster Linie die Bild- bzw. Videoqualität, das Handling und die Verarbeitung/Haptik der Geräte. Es ist klar, dass sich die Kameras durchaus in entscheidenden Punkten (Auflösung, Videoqualität, Features) unterscheiden, jedoch spielen sie sowohl preislich als auch von der Größe und als Systemkameras in derselben Liga. Dieser Test richtet sich an den Einsteiger oder geneigten Umsteiger, der weg möchte, von seiner kreditkartengroßen Knipse und den rauschigen Schmirgelpapierfotos, aber sich nicht gleich 1,5 Kilo komplexe DSLR-Kamera ans Bein bzw. die Schulter binden möchte.

Getestet wurden jeweils frei erhältliche Einzelhandelsversionen des jeweiligen Geräts, als Kits mit dem 14-42mm Objektiv (Lumix) und dem 18-55mm Objektiv (Sony). Genaue Informationen zu den jeweiligen Modellen und deren Spezifikationen gibt es entweder direkt beim Hersteller:

–          Panasonic Lumix G2 [panasonic.de] (PDF)

–          Sony NEX-5 [sony.de]

oder schön übersichtlich als Vergleich bei [digitalkamera.de].

Verarbeitung / Haptik / Lieferumfang

Lumix G2:

Die Lumix ist komplett aus Kunststoff gefertigt, der angenehm griffig und rutschfest ist. Dies trifft auch auf den Teil des Objektivs zu, den man zum Fokussieren anfassen muss. Die Knöpfe haben allesamt gute Druckpunkte und sind gut eingefasst. Ausgerechnet der Ein-Aus-Schalter hat jedoch ein klein wenig Spiel in Richtung on/off, ebenso wie der Wahlhebel für den Aufnahmemodus (Einzel-, Serienbild etc.). Dieses Spiel beeinträchtigt die Funktion in keiner Weise, ist aber schade bei einem der wohl am häufigsten betätigten Knöpfe, da es etwas wackelig bzw. billig wirkt. Das Display ist aufgrund der Befestigung an dem Drehgelenk etwas flexibler und nicht komplett starr am Gelenk, aber auch nicht biegsam – die Anbringung wirkt solide. Das Display gibt auch bei Berührung oder Druck beim befingern nicht nach. Die Gummierung am Sucher ist sehr weich und zieht leicht Staub und Fusseln aus Taschen oder von der Kleidung an, was immer ein bisschen „schmutzig“ aussieht und sich auch nicht einfach abwischen lässt.

Der Lieferumfang ist im Vergleich zur NEX-5 umfangreich und es fehlt bis auf ein HDMI-Kabel nichts, das Zubehör ist gut verarbeitet. Hervorzuheben sind das Videokabel, die vernünftige Schulterschlinge und die Objektivtasche sowie Abdeckungen für Objektiv und Kamera, sollte man beides getrennt transportieren. (Akku und Objektivdeckel fehlen auf dem Bild, weil in/an der Kamera)

Die Kamera macht trotz Kunststpffgehäuse und einer „leichten“ Erscheinung insgesamt einen wertigen Eindruck und fühlt sich „gut“ an.

NEX-5:

Der Body der NEX-5 ist aus Magnesium (Druckguss) gefertigt, das Objektiv jedoch ist aus Metall (Aluminium?). Der Griff der Kamera ist mit einer griffigen Struktur versehen. Das Objektiv ist auch sehr griffig, auf Grund der feinen Metallrillen. Zwischen diesen feinen Rillen bleibt aber auch leicht Schmutz hängen, der sich aber gut wegwischen lässt. Die Knöpfe aus Plastik sind allesamt sehr gut eingefasst und die Druckpunkte stimmen, nur der Auslöser ist aus Metall. Nur die Drehwippe zur Menünavigation hat minimales Spiel, was aber wohl konstruktionsbedingt ist. Der etwas exponierte An-Aus-Schalter rastet sauber und mit einem satten „Klick“ ein. Das Kunststoff-Display ist sehr fest und lässt sich nicht einfach verstellen. Besonders das schwenken nach unten (für Über-Kopf-Fotos) fühlt sich an, als ob man gegen die Mechanik arbeitet und etwas kaputt macht.

Der Lieferumfang umfasst alle „notwendigen“ Teile, bietet aber darüber hinaus auch nicht viel mehr, ein HDMI-Kabel fehlt ebenfalls. Lobenswert ist die pfiffige Lösung für die Aufbewahrung und den Transport des Blitzes. Was fehlt ist aber Zubehör, dass ein Verstauen oder Transportieren der Kamera getrennt vom Objektiv ermöglicht – eigentlich ein Muss, bei einer Kamera die eine halbe SLR sein möchte. Die Schulterschlinge ist eine ziemliche Beleidigung in Sachen Aussehen und Qualität. In Zeiten wo man hochwertige Lanyards und Handyaccesoires für wenige Cent herstellen kann, leistet sich Sony eine kratzige und billige Nylonschlaufe, auf der beinahe unsichtbar an den beiden Enden auf dem Leder ein „Sony“ eingepresst ist. Das was bei anderen Herstellern Standard ist – durch eine gute Schlaufe mit Logo den Kunden zum Marken-Botschafter zu machen – kann man aber für Spaßpreise von 29,- bis 61,- EUR nachholen [sony.de] – traurig. (Akku und Objektivdeckel fehlen auf dem Bild, weil in/an der Kamera)

Die Kamera macht durch die metallische Optik, das Magnesiumgehäuse und die Verarbeitung insgesamt einen sehr massiven (nicht schweren), hochwertigen und exakt gearbeiteten Eindruck. Die Kamera hat eine sehr edle Haptik und fühlt sich „sehr gut“ an. Nur das inkludierte Zubehör lässt zu wünschen übrig.

Weiter gehts mit Handling / Bedienung …

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